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Sommertag

Ident. Nr.: NG 28/58

ObjID: obj:961746

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Otto Mueller (1874 - 1930),
Künstler*in
Datierung
um 1922
Weitere Titel
Sammlungstitel: Sommertag
Übersetzung: Summer's Day
Provenienz
Galerie Goldschmidt & Wallerstein, Berlin,
1922
Nationalgalerie, Berlin,
1922 - 7.7. 1937
Beschlagnahmung: Deutsches Reich / Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda, Berlin,
7.7.1937 - 9.1940
Verwahrung: Depot Schloß Schönhausen, Berlin,
8.1938 - 9.1940
Tausch: Bernhard A. Böhmer, Güstrow,
9.1940
Auktion: Stuttgarter Kunstkabinett Roman Norbert Ketterer, Stuttgart,
1952
Kauf: Bernhard Sprengel, Hannover,
1952
Material / Technik
Leimfarbe auf Leinwand
Abmessungen
Höhe x Breite: 80 x 98 cm
Erwerbung
1922 Ankauf im Tausch bei der Galerie Goldschmidt & Wallerstein, Berlin. 1937 als "entartet" beschlagnahmt und verkauft. Rückerwerb 1958.

Objektbeschreibung

Von „Sommertag“ existieren weitere, motivisch im Zusammenhang stehende Fassungen. Eine seitenverkehrte Version des Bildes mit dem Titel „Badende“ von um 1913 befindet sich im Franz Marc Museum in Kochel am See, und eine Studie, die den beiden im Vordergrund dargestellten Figuren ähnelt, ist das Gemälde „Paar am Strand“ (um 1914; Privatbesitz). Im Vordergrund des um 1922 entstandenen Berliner Werkes sitzen eine weibliche Figur, gekleidet in ein schulterloses Gewand beziehungsweise bedeckt von einem Tuch, sowie ein männlicher Akt im Gras, während zwei Badende im Wasser einander nachjagen. Die für Mueller typischen Figuren sind entindividualisiert, bewegen sich selbstverständlich in ihrer Nacktheit und befinden sich im harmonischen Einklang mit der Natur. Beobachtete Realität und formale Abstrahierung durch die Vereinfachung der Formen verbinden sich zu einer eigenen Bildsprache, die in der Leimfarbentechnik, die der Künstler für sich entdeckt und entwickelt hatte, das ideale Medium fand. Inspiriert durch die Kunst und Technik des alten Ägypten verwendete Mueller Leimfarbe zusammen mit Rupfen oder einer groben, strukturierten Leinwand, selten Mischgewebe. Die Leimfarbe mit ihrem matten Finish vermeidet zum einen ein Glänzen und Reflektieren der Farboberflächen, zum anderen aber setzt sie einen sicheren Umgang und eine dezidierte Komposition voraus. Ein stufenweises Aufbauen durch ein mehrmaliges Übermalen war in der Regel, wenngleich einzelne Werke des Künstlers übermalte Stellen aufweisen, nicht möglich. | Tanja Pirsig-Marshall

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Bogenschützen

Bogenschützen

Vier gespannte Bogen mit Pfeilen sind in dem nahezu abstrakt wirkenden Gemälde zu erkennen, auch die Körper der Bogenschützen und ihrer Pferde. Die Pfeile zielen auf ein Wildtier, das sich – offenbar schon getroffen, durchlöchert und blutend – auf dem Rücken wälzt. Wiederhold hat seine Bildidee in eine überbordende ornamentale Komposition übersetzt. Deren Farb- und Formfülle sowie das Motiv könnten ein ferner Reflex sein auf das 1909 entstandene „Bild mit Bogenschützen“ (The Museum of Modern Art, New York), das Wassily Kandinsky 1912 der Luxus- und Museumsausgabe des Almanachs „Der Blaue Reiter“ als handkolorierten Holzschnitt eingefügt hatte. In Wiederholds Gemälde verschmelzen Elemente von Futurismus, Orphismus, Art déco, russischer Folklore und Theater. Der als Ernst Walther Wiederhold geborene Künstler hatte 1924 ein Studium bei Cesar Klein in dessen Atelierklasse für dekorative Malerei und Bühnengestaltung an den Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst in Berlin begonnen. Bereits im Juli 1925 erhielt er eine Einzelausstellung in Herwarth Waldens Galerie Der Sturm. Stilistische Einflüsse für die „Bogenschützen“ dürften von im „Sturm“ vertretenen Künstlern ausgegangen sein, etwa von Robert Delaunay, Alexandra Exter, Michael Larionow oder der Werkstatt Hablik-Lindemann. Auch die theaterbezogenen Arbeiten von Léon Bakst, Fortunato Depero und Gino Severini hat Wiederhold vermutlich gekannt. Als durch den Nationalsozialismus die Verdienstmöglichkeiten für ihn entfielen, gab er sein künstlerisches Schaffen auf, ließ sich zum Buchhändler ausbilden und blieb auch nach dem Zweiten Weltkrieg bei diesem Beruf. | Dieter Scholz