Doppelbildnis (Rabbi S. und Tochter)
Ident. Nr.: NG 2/22
ObjID: obj:961881
Schenkung der Erben nach Dr. Ismar und Käthe Littmann
n/a
Details (Expert)
- Beteiligte
- Datierung
- um 1925/1926
- Weitere Titel
- Sammlungstitel: Doppelbildnis (Rabbi S. und Tochter)Übersetzung: Double Portrait (Rabbi S. and His Daughter)
- Provenienz
- Galerie Neue Kunst - Hans Goltz, München,
405597Internationale Kunstausstellung,
1926Frühjahrsausstellung Preußische Akademie der Künste,
1928Dr. Ismar Littmann, Breslau,
368321Auktion: Max Perl,
26./27.2.1935 (Auktion 188)Übereignung: Dresdner Bank, Filiale Breslau,
15.8.1935Kauf: Reichsfinanzministerium und Reichsministerium für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung,
15.8.1935Überweisung: Staatliche Museen zu Berlin, Nationalgalerie,
15.8.1935 - 24.11.2022Restitution: Erben von Dr. Ismar und Käthe Littmann,
24.11.2022 - Material / Technik
- Öl auf Leinwand
- Abmessungen
- Höhe x Breite: 90 x 100,5 cm
- Erwerbung
- 1935 vom Preußischen Staat aus den Kunst-Beständen der Dresdner Bank angekauft und an die Staatlichen Museen zu Berlin überwiesen. 2022 Restitution an die Erben Ismar und Käthe Littmanns und Schenkung an die Staatlichen Museen zu Berlin – Stiftung Preußischer Kulturbesitz
- Permalink
- https://id.smb.museum/object/961881
Objektbeschreibung
Der aus einer tiefreligiösen katholischen Kaufmannsfamilie stammende Mense hatte 1912/1913 durch seine Teilnahme an den Ausstellungen des Sonderbunds in Köln und der Rheinischen Expressionisten in Bonn auf sich aufmerksam gemacht. Zur Beschäftigung mit der jüdischen Kultur scheint der Künstler durch seinen Kriegseinsatz in Polen und Russland 1916/1917 gekommen zu sein. 1919 ließ er sich in München nieder, änderte den Vornamen von Karl in Carlo und entwickelte sich künstlerisch weiter. Gemeinsam mit den Malerfreunden Alexander Kanoldt, Georg Schrimpf und Heinrich Maria Davringhausen nahm Mense 1925 an der Mannheimer Ausstellung „Neue Sachlichkeit“ teil. Im selben Jahr wurde er an die Kunstakademie in Breslau berufen. Die Stadt hatte die drittgrößte jüdische Gemeinde im Deutschen Reich und war ein wichtiges Zentrum jüdischen Lebens. Das Doppelbildnis eines Rabbiners mit seiner Tochter dürfte jedoch auf eine Italien-Reise Menses zurückgehen, denn das grüne Kleid mit weitem Halsausschnitt ist für die Tochter eines deutschen oder osteuropäischen Rabbiners ebenso untypisch wie der schwarze Schleier aus Spitze, der aus Südeuropa stammt. Ohne einander zu berühren, stehen die beiden Porträtierten ernst an einem Tisch, auf dem zwei Bücher liegen. Durch die schwarze Kippa und den Vollbart ist der Mann als jüdischer Gelehrter gekennzeichnet. In den Jahren zuvor hatte Mense Bildnisse katholischer Kleriker gemalt, die ebenso wie das vorliegende durch Symmetrie und Frontalität an der Kunst des 15. und frühen 16. Jahrhunderts orientiert sind. | Dieter Scholz
Letzte Aktualisierung: 30.07.2026
Kontakt
Einrichtung:
Neue Nationalgalerie
E-Mail:
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