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Mein Vater

Ident. Nr.: A IV 375

ObjID: obj:961936

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Fritz Tröger (1894 - 1978),
Künstler*in
Datierung
1925
Weitere Titel
Sammlungstitel: Mein Vater
Übersetzung: My Father
Provenienz
im Besitz des Künstlers,
1978
Nachlass/Vermächtnis: Nachlass des Künstlers (Gertrud Tröger, Dresden),
1978–1979
Material / Technik
Öl auf Holz
Abmessungen
Höhe x Breite: 68 x 53,5 cm
Erwerbung
1979 Ankauf aus dem Nachlass von der Schwester des Künstlers, Dresden

Objektbeschreibung

Bildnisse von Personen des familiären wie künstlerischen Umfelds bestimmen das Frühwerk von Tröger. Im selben Jahr wie das Porträt der Schwester (A IV 327) entstand auch jenes seines Vaters Richard (Lebensdaten unbekannt). Es ist ähnlich linear-flächig gehalten. Doch Tröger verzichtete hier zusätzlich auf dezente Schattierungen. Die Ölfarbe ist in einer dünnen Lasur aufgetragen, sodass die Unterzeichnung durchscheint. Diese wurde teils mit einer feinen schwarzen Linie nachgezogen, wodurch der Kontur des Porträtierten deutlich hervortritt. Für solche hauchdünnen Umrisslinien verwendete Tröger in späteren Arbeiten mitunter Feder und Tinte. Er bereitete seine Gemälde detailgenau in Aquarellen und Zeichnungen vor. Auch zu diesem Bild ist eine (identisch betitelte) Studie belegt, die – wenngleich seitenverkehrt und von wenigen Details abgesehen – mit dem Gemälde übereinstimmt (1925; vgl. Deutsche Fotothek, SLUB, Datensatz 70229460). Doch etwas fällt auf: In der Zeichnung sind die wesentlichen Konturen mit mehreren, energischen Strichen herausgearbeitet. Dagegen werden sie im Gemälde durch eine einzelne Linie klar definiert. Der Vereinfachung der Form auf Linie und Fläche im Ölbild lag somit ein Prozess der Formfindung in der Zeichnung zugrunde. | Franziska Lietzmann

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Bogenschützen

Bogenschützen

Vier gespannte Bogen mit Pfeilen sind in dem nahezu abstrakt wirkenden Gemälde zu erkennen, auch die Körper der Bogenschützen und ihrer Pferde. Die Pfeile zielen auf ein Wildtier, das sich – offenbar schon getroffen, durchlöchert und blutend – auf dem Rücken wälzt. Wiederhold hat seine Bildidee in eine überbordende ornamentale Komposition übersetzt. Deren Farb- und Formfülle sowie das Motiv könnten ein ferner Reflex sein auf das 1909 entstandene „Bild mit Bogenschützen“ (The Museum of Modern Art, New York), das Wassily Kandinsky 1912 der Luxus- und Museumsausgabe des Almanachs „Der Blaue Reiter“ als handkolorierten Holzschnitt eingefügt hatte. In Wiederholds Gemälde verschmelzen Elemente von Futurismus, Orphismus, Art déco, russischer Folklore und Theater. Der als Ernst Walther Wiederhold geborene Künstler hatte 1924 ein Studium bei Cesar Klein in dessen Atelierklasse für dekorative Malerei und Bühnengestaltung an den Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst in Berlin begonnen. Bereits im Juli 1925 erhielt er eine Einzelausstellung in Herwarth Waldens Galerie Der Sturm. Stilistische Einflüsse für die „Bogenschützen“ dürften von im „Sturm“ vertretenen Künstlern ausgegangen sein, etwa von Robert Delaunay, Alexandra Exter, Michael Larionow oder der Werkstatt Hablik-Lindemann. Auch die theaterbezogenen Arbeiten von Léon Bakst, Fortunato Depero und Gino Severini hat Wiederhold vermutlich gekannt. Als durch den Nationalsozialismus die Verdienstmöglichkeiten für ihn entfielen, gab er sein künstlerisches Schaffen auf, ließ sich zum Buchhändler ausbilden und blieb auch nach dem Zweiten Weltkrieg bei diesem Beruf. | Dieter Scholz