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L'Ecrin d'Osiris

Ident. Nr.: B 899

ObjID: obj:961945

1968 erworben durch das Land Berlin
n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Horst Egon Kalinowski (1924 - 2013),
Künstler*in
Datierung
1965
Weitere Titel
Sammlungstitel: L'Ecrin d'Osiris
Die Schatulle des Osiris
Übersetzung: Case of Osiris
Material / Technik
Leder auf Holz
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 146 x 89 x 44 cm
Erwerbung
1968 Ankauf von der Galerie Rothe, Heidelberg, durch das Land Berlin und die Deutsche Gesellschaft für bildende Kunst e. V. (Kunstverein Berlin) aus Zuwendungen der Deutschen Klassenlotterie, Berlin (West)

Objektbeschreibung

Seit 1950 lebte Kalinowski in Paris und kam von surreal inspirierten Materialbildern zur Objektkunst. 1960 begann er, mit Leder zu arbeiten, und entwickelte die Werkgruppe der „Caissons“, zu denen auch „L’Écrin d’Osiris“ (Osirisschrein) gehört. Der Begriff geht zurück auf das italienische Wort „Cassone“ für künstlerisch verzierte Truhen der Renaissance. Kalinowski klebte altes Leder auf Holzkästen. Dessen Patina war ihm willkommen als Zeichen existenzieller Aufladung. Bei den „Caissons“ ging es ihm um die „Fähigkeit der Evokation. Ihre Architektur stellt sich zwischen ‚Inhalt‘ und Betrachter, wie eine Festung, deren Nischen, Höhlungen, Loggien und Vorsprünge […] glauben lassen, daß sie etwas Unbenennbares verbergen. […] Ich tue alles, um zwischen Caisson und Betrachter eine Wechselwirkung entstehen zu lassen, damit daraus wie eine zusätzliche Realität dieses geheimnisvolle Objekt geboren werde: fremd, hermetisch, rätselhaft, aggressiv, sexuell, magisch …“ (zit. nach Kleines Lexikon der Begriffe, die zur Bestimmung der Techniken Kalinowskis benutzt werden, in: Jean Dewasne et al., Kalinowski, Stuttgart 1975, S. 54/59). Eine zusätzliche Aufladung erfolgt durch den an die Mythologie angelehnten Titel. Osiris galt im alten Ägypten als Toten- und Fruchtbarkeitsgott. Er wurde aufrecht dargestellt, mit einer durch zwei Widderhörner ergänzten Krone auf dem Kopf und einem Krummstab in der Hand. Anspielungen darauf können in den hölzernen Jochfragmenten auf dem Caisson gesehen werden. Das hängende Pendel wiederum nimmt Bezug auf die abgelaufene   Zeit, das Ende des Lebens. | Dieter Scholz

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Bogenschützen

Bogenschützen

Vier gespannte Bogen mit Pfeilen sind in dem nahezu abstrakt wirkenden Gemälde zu erkennen, auch die Körper der Bogenschützen und ihrer Pferde. Die Pfeile zielen auf ein Wildtier, das sich – offenbar schon getroffen, durchlöchert und blutend – auf dem Rücken wälzt. Wiederhold hat seine Bildidee in eine überbordende ornamentale Komposition übersetzt. Deren Farb- und Formfülle sowie das Motiv könnten ein ferner Reflex sein auf das 1909 entstandene „Bild mit Bogenschützen“ (The Museum of Modern Art, New York), das Wassily Kandinsky 1912 der Luxus- und Museumsausgabe des Almanachs „Der Blaue Reiter“ als handkolorierten Holzschnitt eingefügt hatte. In Wiederholds Gemälde verschmelzen Elemente von Futurismus, Orphismus, Art déco, russischer Folklore und Theater. Der als Ernst Walther Wiederhold geborene Künstler hatte 1924 ein Studium bei Cesar Klein in dessen Atelierklasse für dekorative Malerei und Bühnengestaltung an den Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst in Berlin begonnen. Bereits im Juli 1925 erhielt er eine Einzelausstellung in Herwarth Waldens Galerie Der Sturm. Stilistische Einflüsse für die „Bogenschützen“ dürften von im „Sturm“ vertretenen Künstlern ausgegangen sein, etwa von Robert Delaunay, Alexandra Exter, Michael Larionow oder der Werkstatt Hablik-Lindemann. Auch die theaterbezogenen Arbeiten von Léon Bakst, Fortunato Depero und Gino Severini hat Wiederhold vermutlich gekannt. Als durch den Nationalsozialismus die Verdienstmöglichkeiten für ihn entfielen, gab er sein künstlerisches Schaffen auf, ließ sich zum Buchhändler ausbilden und blieb auch nach dem Zweiten Weltkrieg bei diesem Beruf. | Dieter Scholz