L'Ecrin d'Osiris
Ident. Nr.: B 899
ObjID: obj:961945
1968 erworben durch das Land Berlin
n/a
Details (Expert)
- Beteiligte
- Datierung
- 1965
- Weitere Titel
- Sammlungstitel: L'Ecrin d'OsirisDie Schatulle des OsirisÜbersetzung: Case of Osiris
- Material / Technik
- Leder auf Holz
- Abmessungen
- Höhe x Breite x Tiefe: 146 x 89 x 44 cm
- Erwerbung
- 1968 Ankauf von der Galerie Rothe, Heidelberg, durch das Land Berlin und die Deutsche Gesellschaft für bildende Kunst e. V. (Kunstverein Berlin) aus Zuwendungen der Deutschen Klassenlotterie, Berlin (West)
- Permalink
- https://id.smb.museum/object/961945
Objektbeschreibung
Seit 1950 lebte Kalinowski in Paris und kam von surreal inspirierten Materialbildern zur Objektkunst. 1960 begann er, mit Leder zu arbeiten, und entwickelte die Werkgruppe der „Caissons“, zu denen auch „L’Écrin d’Osiris“ (Osirisschrein) gehört. Der Begriff geht zurück auf das italienische Wort „Cassone“ für künstlerisch verzierte Truhen der Renaissance. Kalinowski klebte altes Leder auf Holzkästen. Dessen Patina war ihm willkommen als Zeichen existenzieller Aufladung. Bei den „Caissons“ ging es ihm um die „Fähigkeit der Evokation. Ihre Architektur stellt sich zwischen ‚Inhalt‘ und Betrachter, wie eine Festung, deren Nischen, Höhlungen, Loggien und Vorsprünge […] glauben lassen, daß sie etwas Unbenennbares verbergen. […] Ich tue alles, um zwischen Caisson und Betrachter eine Wechselwirkung entstehen zu lassen, damit daraus wie eine zusätzliche Realität dieses geheimnisvolle Objekt geboren werde: fremd, hermetisch, rätselhaft, aggressiv, sexuell, magisch …“ (zit. nach Kleines Lexikon der Begriffe, die zur Bestimmung der Techniken Kalinowskis benutzt werden, in: Jean Dewasne et al., Kalinowski, Stuttgart 1975, S. 54/59). Eine zusätzliche Aufladung erfolgt durch den an die Mythologie angelehnten Titel. Osiris galt im alten Ägypten als Toten- und Fruchtbarkeitsgott. Er wurde aufrecht dargestellt, mit einer durch zwei Widderhörner ergänzten Krone auf dem Kopf und einem Krummstab in der Hand. Anspielungen darauf können in den hölzernen Jochfragmenten auf dem Caisson gesehen werden. Das hängende Pendel wiederum nimmt Bezug auf die abgelaufene Zeit, das Ende des Lebens. | Dieter Scholz
Letzte Aktualisierung: 30.07.2026
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