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Beratung in einem Betrieb

Ident. Nr.: A III 266

ObjID: obj:961971

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Heinrich Vogeler (1872 - 1942),
Künstler*in
Datierung
1934
Weitere Titel
Sammlungstitel: Beratung in einem Betrieb
Übersetzung: Deliberations in a Factory
Provenienz
im Besitz des Künstlers,
1942
Nachlass/Vermächtnis: Jan Vogeler, Moskau,
1942 - Ende 1952
Material / Technik
Öl auf Leinwand auf Holz
Abmessungen
Höhe x Breite: 13 x 17,5 cm
Erwerbung
1952 Schenkung der Regierung der UdSSR an die DDR aus dem Moskauer Nachlass Heinrich Vogelers. 1953 der Nationalgalerie (Ost) übergeben

Objektbeschreibung

Ab Mitte der 1930er-Jahre schuf Vogeler keine Komplexbilder mehr. Er gab dem Druck sowjetischer Kunstkritiker nach, die diese Bildkompositionen als zu bourgeois und den Prinzipien des Sozialistischen Realismus widerspreched brandmarkten. Spätestens ab August 1934 war der Sozialistische Realismus in der Sowjetunion unter Josef Wissarionowitsch Stalin zur verbindlichen Methode erhoben worden. Verlangt wurde eine wirklichkeitsnahe, volksverbundene Kunst, die dem politischen und industriellen Fortschritt des Landes adäquaten Ausdruck verleihen sollte. Auch Vogeler konzentrierte sich fortan auf realistische Darstellungen von Arbeitern und Bauern, wobei er seinen expressiven Pinselstrich weitestgehend beibehielt. Manchmal zerschnitt er seine Komplexbilder und stellte die so entstandenen Fragmente mit nur geringen Überarbeitungen als selbstständige Bilder aus. Diese waren meist nicht größer als 20 mal 30 Zentimeter. Eines von ihnen ist „Beratung in einem Betrieb“, das ursprünglich zu Vogelers 1934 geschaffenem Komplexbild „Aufbau hinter dem Polarkreis“ (WVZ Noltenius 2000, 296) gehörte. Gemalt in gedeckter blau-roter Farbigkeit stellt es eine Gruppe debattierender Frauen und Männer in einer Kantine dar. Im Hintergrund wärmen sich weitere Personen mit Tee aus einem Samowar. Umgeben war das Bild einst von Motiven, welche die Fischverarbeitung und das Leben am Polarkreis zeigten. | Maike Steinkamp

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Bogenschützen

Bogenschützen

Vier gespannte Bogen mit Pfeilen sind in dem nahezu abstrakt wirkenden Gemälde zu erkennen, auch die Körper der Bogenschützen und ihrer Pferde. Die Pfeile zielen auf ein Wildtier, das sich – offenbar schon getroffen, durchlöchert und blutend – auf dem Rücken wälzt. Wiederhold hat seine Bildidee in eine überbordende ornamentale Komposition übersetzt. Deren Farb- und Formfülle sowie das Motiv könnten ein ferner Reflex sein auf das 1909 entstandene „Bild mit Bogenschützen“ (The Museum of Modern Art, New York), das Wassily Kandinsky 1912 der Luxus- und Museumsausgabe des Almanachs „Der Blaue Reiter“ als handkolorierten Holzschnitt eingefügt hatte. In Wiederholds Gemälde verschmelzen Elemente von Futurismus, Orphismus, Art déco, russischer Folklore und Theater. Der als Ernst Walther Wiederhold geborene Künstler hatte 1924 ein Studium bei Cesar Klein in dessen Atelierklasse für dekorative Malerei und Bühnengestaltung an den Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst in Berlin begonnen. Bereits im Juli 1925 erhielt er eine Einzelausstellung in Herwarth Waldens Galerie Der Sturm. Stilistische Einflüsse für die „Bogenschützen“ dürften von im „Sturm“ vertretenen Künstlern ausgegangen sein, etwa von Robert Delaunay, Alexandra Exter, Michael Larionow oder der Werkstatt Hablik-Lindemann. Auch die theaterbezogenen Arbeiten von Léon Bakst, Fortunato Depero und Gino Severini hat Wiederhold vermutlich gekannt. Als durch den Nationalsozialismus die Verdienstmöglichkeiten für ihn entfielen, gab er sein künstlerisches Schaffen auf, ließ sich zum Buchhändler ausbilden und blieb auch nach dem Zweiten Weltkrieg bei diesem Beruf. | Dieter Scholz