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Ein weites Feld

Ident. Nr.: A IV 309

ObjID: obj:961990

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Wolfgang Mattheuer (1927 - 2004),
Künstler*in
Datierung
1973
Weitere Titel
Sammlungstitel: Ein weites Feld
Übersetzung: A Broad Field
Material / Technik
Öl auf Hartfaser
Abmessungen
Höhe x Breite: 105 x 128,5 cm
Erwerbung
1974 Ankauf vom Künstler, Leipzig

Objektbeschreibung

„Ein weites Feld“ wird von einem strahlend blauen, weiten Himmel beherrscht, unter dem sich eine scheinbar unendliche, erdig-braune, zerfurchte Ackerfläche erstreckt. Auf den zweiten Blick erkennt man am Horizont einen landwirtschaftlichen Betrieb mit Getreidesilos sowie auch eine Gewitterfront, die sich am rechten Bildrand formiert. Im Bildvordergrund dominiert eine trostlose Bauminsel, auf der einige Kinder spielen. Das Gemälde geht auf eine kleine Fassung gleichen Titels aus dem Jahr 1968 zurück (WVZ Michels 2017, G 68/11), die jedoch allein durch die Farbwahl eine optimistischere Atmosphäre vermittelt. Wie in dem Gemälde baut der Künstler dort einen spannungsreichen Kontrast zwischen Himmel und Erde, Weite und Nähe in der vom Menschen geprägten Natur auf. In einer nicht immer unmittelbar zu entschlüsselnden Doppelbödigkeit können Mattheuers Landschaften und insbesondere auch „Ein weites Feld“ als Allegorien oder Gleichnisse für die existenzielle Geworfenheit des Menschen interpretiert werden, seine Einsamkeit und seine Konflikte in der Gesellschaft. 1973 wurde Mattheuer mit dem Kunstpreis der DDR geehrt, ein Jahr später legte er aus persönlichen und ideologischen Gründen seine Professur an der Hochschule für Grafik und Buchkunst nieder. | Maike Steinkamp

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Bogenschützen

Bogenschützen

Vier gespannte Bogen mit Pfeilen sind in dem nahezu abstrakt wirkenden Gemälde zu erkennen, auch die Körper der Bogenschützen und ihrer Pferde. Die Pfeile zielen auf ein Wildtier, das sich – offenbar schon getroffen, durchlöchert und blutend – auf dem Rücken wälzt. Wiederhold hat seine Bildidee in eine überbordende ornamentale Komposition übersetzt. Deren Farb- und Formfülle sowie das Motiv könnten ein ferner Reflex sein auf das 1909 entstandene „Bild mit Bogenschützen“ (The Museum of Modern Art, New York), das Wassily Kandinsky 1912 der Luxus- und Museumsausgabe des Almanachs „Der Blaue Reiter“ als handkolorierten Holzschnitt eingefügt hatte. In Wiederholds Gemälde verschmelzen Elemente von Futurismus, Orphismus, Art déco, russischer Folklore und Theater. Der als Ernst Walther Wiederhold geborene Künstler hatte 1924 ein Studium bei Cesar Klein in dessen Atelierklasse für dekorative Malerei und Bühnengestaltung an den Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst in Berlin begonnen. Bereits im Juli 1925 erhielt er eine Einzelausstellung in Herwarth Waldens Galerie Der Sturm. Stilistische Einflüsse für die „Bogenschützen“ dürften von im „Sturm“ vertretenen Künstlern ausgegangen sein, etwa von Robert Delaunay, Alexandra Exter, Michael Larionow oder der Werkstatt Hablik-Lindemann. Auch die theaterbezogenen Arbeiten von Léon Bakst, Fortunato Depero und Gino Severini hat Wiederhold vermutlich gekannt. Als durch den Nationalsozialismus die Verdienstmöglichkeiten für ihn entfielen, gab er sein künstlerisches Schaffen auf, ließ sich zum Buchhändler ausbilden und blieb auch nach dem Zweiten Weltkrieg bei diesem Beruf. | Dieter Scholz