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Grauer Wintertag

Ident. Nr.: A IV 393

ObjID: obj:961991

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Gustav Alfred Müller (1895 - 1978),
Künstler*in
Datierung
um 1930-1935
Weitere Titel
Sammlungstitel: Grauer Wintertag
Übersetzung: Grey Winter Day
Provenienz
Nachlass/Vermächtnis: Marie-Agnes Müller, Löbau,
1978–1979
Material / Technik
Öl auf Sperrholz
Abmessungen
Höhe x Breite: 38,5 x 47,5 cm
Erwerbung
1979 Ankauf von Marie-Agnes Müller, Löbau, aus dem Nachlass des Künstlers

Objektbeschreibung

Nach seinem Studium war Müller freischaffend in Dresden tätig, 1932 zog er nach Löbau in Sachsen. Die Landschaften „Grauer Wintertag“ (A IV 393) und „Landschaft bei Laucha“ (A IV 392) entstanden um diese Zeit. Der grobflächige Farbauftrag erinnert an Müllers Porträts (A IV 390, A IV 391 und A IV 425). In seinen Landschaften verzichtete der Künstler aber nicht gänzlich auf Details: Auf der sonnigen Straße bei Laucha gehen zwei Personen, die lange Schatten werfen. Während das Haus rechts voll beleuchtet ist, verschwindet ein kleineres Gebäude links fast unter einem Baum. Dagegen wirken die große Sonne und ihre gelben Strahlen unnatürlich. Im „Grauen Wintertag“ sind unterschiedliche Baumarten sowie ein Dorf im Hintergrund angedeutet, während ein Vogelschwarm vor einem wechselhaften Himmel vorüberzieht. Insgesamt ist über Müllers Werk und Leben in den 1930er-Jahren wenig bekannt. | Emily Joyce Evans

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Bogenschützen

Bogenschützen

Vier gespannte Bogen mit Pfeilen sind in dem nahezu abstrakt wirkenden Gemälde zu erkennen, auch die Körper der Bogenschützen und ihrer Pferde. Die Pfeile zielen auf ein Wildtier, das sich – offenbar schon getroffen, durchlöchert und blutend – auf dem Rücken wälzt. Wiederhold hat seine Bildidee in eine überbordende ornamentale Komposition übersetzt. Deren Farb- und Formfülle sowie das Motiv könnten ein ferner Reflex sein auf das 1909 entstandene „Bild mit Bogenschützen“ (The Museum of Modern Art, New York), das Wassily Kandinsky 1912 der Luxus- und Museumsausgabe des Almanachs „Der Blaue Reiter“ als handkolorierten Holzschnitt eingefügt hatte. In Wiederholds Gemälde verschmelzen Elemente von Futurismus, Orphismus, Art déco, russischer Folklore und Theater. Der als Ernst Walther Wiederhold geborene Künstler hatte 1924 ein Studium bei Cesar Klein in dessen Atelierklasse für dekorative Malerei und Bühnengestaltung an den Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst in Berlin begonnen. Bereits im Juli 1925 erhielt er eine Einzelausstellung in Herwarth Waldens Galerie Der Sturm. Stilistische Einflüsse für die „Bogenschützen“ dürften von im „Sturm“ vertretenen Künstlern ausgegangen sein, etwa von Robert Delaunay, Alexandra Exter, Michael Larionow oder der Werkstatt Hablik-Lindemann. Auch die theaterbezogenen Arbeiten von Léon Bakst, Fortunato Depero und Gino Severini hat Wiederhold vermutlich gekannt. Als durch den Nationalsozialismus die Verdienstmöglichkeiten für ihn entfielen, gab er sein künstlerisches Schaffen auf, ließ sich zum Buchhändler ausbilden und blieb auch nach dem Zweiten Weltkrieg bei diesem Beruf. | Dieter Scholz