Bildnis des Dichters Gottfried August Bürger
Ident. Nr.: A II 253
ObjID: obj:962000
Kontakt
Einrichtung:
Alte Nationalgalerie
E-Mail:
n/a
Details (Expert)
- Beteiligte
- Datierung
- 1774
- Provenienz
- Versteigerungshaus Karl Ernst Henrici, Berlin,
7.7.1918 - Material / Technik
- Öl auf Leinwand
- Abmessungen
- Höhe x Breite: 30 x 25 cm
- Erwerbung
- 1918 Ankauf aus der Versteigerung bei Karl Ernst Henrici, Berlin, als Werk eines unbekannten Künstlers
- Permalink
- https://id.smb.museum/object/962000
Objektbeschreibung
Gottfried August Bürger (1747–1794) war einer der bedeutendsten Lyriker des Sturm und Drang. Unter dem Einfluß von Thomas Percy und Johann Gottfried Herder widmete sich Bürger der volkstümlichen Ballade. Mitunter war seine Dichtung auf sozialkritische Inhalte gerichtet und in einer auch den unteren Schichten zugänglichen Sprache verfasst. Schiller etwa kritisierte ihn dafür. Von 1779 bis 1794 gab Bürger den Göttinger Musenalmanach heraus, in dem er auch eigene Werke veröffentlichte, so 1774 seine bekannte Ballade "Leonore". 1772 hatte Bürger eine Stelle als Amtmann in Gelliehausen bei Göttingen angenommen. Im benachbarten Niedeck lernte er die Familie des Justizamtmanns Johann Karl Leonhart kennen. 1774 heiratete er dessen ältere Tochter Dorothea. Nach deren Tod ehelichte er die jüngere Schwester Auguste. Um 1773 war der aus Berlin stammende Bildnismaler Leopold Matthieu (1750–1778), Sohn von Anna Rosina Lisiewska, beauftragt worden, mehrere Mitglieder der Familie Leonhart zu porträtieren, darunter den Amtmann und dessen Töchter. In diesem Zusammenhang schuf Matthieu auch ein Bildnis Bürgers. Anders als bisher angenommen, handelt es sich dabei jedoch nicht um das Werk der Nationalgalerie, was ein Vergleich mit dem Kupferstich von Johann Conrad Krüger nach Matthieus Bürger-Bildnis erkennen lässt (Gleimhaus, Grafiksammlung, Halberstadt). Das von unbekannter Hand stammende Werk der Nationalgalerie wurde 1918 für deren Bildnissammlung erworben. Bürgers ausgeprägte Gesichtszüge, seine hohe Stirn und kühn vorspringende Nase wirken treffend erfasst. Perücke, gelber Hemdkragen und weiße Halsbinde rahmen das Gesicht belebend ein, sie geben helle Kontraste zum dunklen Mantel und neutralen Hintergrund. | Birgit Verwiebe
Letzte Aktualisierung: 30.07.2026
Kontakt
Einrichtung:
Alte Nationalgalerie
E-Mail:
n/a