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Schlafender Steinbock

Ident. Nr.: B I 434

ObjID: obj:962075

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Renée Sintenis (1888 - 1965),
Künstler*in
Datierung
1916
Weitere Titel
Sammlungstitel: Schlafender Steinbock
Übersetzung: Sleeping Ibex
Provenienz
im Besitz der Künstlerin,
391103
Material / Technik
Bronze
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 10 x 12,5 x 4,4 cm (inkl. Sockel)
Erwerbung
1921 Ankauf von der Künstlerin

Objektbeschreibung

Schlafende und kniende Rehe, springende Gazellen, sich aufbäumende Pferde ebenso wie übermütige Fohlen, spielende Hunde oder Bären gehörten ab 1915 zum Kernbestand des bildhauerischen Œuvres von Sintenis. In den kleinformatigen Plastiken gelang es der Künstlerin, das Charakteristische eines jeden von ihnen einzufangen: in momenthaften Darstellungen, in denen sie Reflexe und ureigene Instinkte, freudige Begrüßung, ängstliche Augen, erschrecktes Aufbäumen, gebannte Aufmerksamkeit, Beschnuppern oder entspanntes Ausruhen auszudrücken wusste. Diesen genauen Blick hob Sintenis’ enger Vertrauter, der Schriftsteller Hans Siemsen, hervor: „Ihre Kunst verdankt sich ihren großen, schnellen, blitzhaft schnellen und präzisen Augen, die liebevoll und grausam richtig sehen, wie die Linse eines photographischen Apparats, und ihrem leidenschaftlichen Herzen, das nicht Recht oder Unrecht kennt, aber Liebe und Haß, oder sagen wir vielleicht lieber: Liebe und Verachtung. Ihre Tierplastiken sind äußerlich, aber nur äußerlich klein. Sie sind niemals ‚niedlich‘, sondern in der Auffassung […] des Tiers heidnisch groß und großartig“ (Hans Siemsen, Neue Plastiken. Renée Sintenis, in: Vogue, 11.4.1928, S. 42). Mit diesen kleinen, großartigen Werken feierte die Bildhauerin schon früh erste Erfolge. Bereits 1921 erwarb die Nationalgalerie gleich neun ihrer Kleinplastiken: neben dem knienden ein stehendes junges Reh (B I 433 und B I 432), zwei Fohlen (B I 430 und B I 431), drei Ziegen (B I 435, B I 436 und B I 438), einen „Schlafenden Steinbock“ (B I 434) sowie „Liegende Gazellen“ (B I 437). Offenbar war es der Ankaufskommission zu schwer gefallen, hier eine Auswahl zu treffen, woraufhin man fast alle zur Ansicht eingereichten Bronzen erwarb (Ludwig Justi an Renée Sintenis, 22.12.1920, SMB-ZA, NG 467, Bl. 583). | Maike Steinkamp

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Bogenschützen

Bogenschützen

Vier gespannte Bogen mit Pfeilen sind in dem nahezu abstrakt wirkenden Gemälde zu erkennen, auch die Körper der Bogenschützen und ihrer Pferde. Die Pfeile zielen auf ein Wildtier, das sich – offenbar schon getroffen, durchlöchert und blutend – auf dem Rücken wälzt. Wiederhold hat seine Bildidee in eine überbordende ornamentale Komposition übersetzt. Deren Farb- und Formfülle sowie das Motiv könnten ein ferner Reflex sein auf das 1909 entstandene „Bild mit Bogenschützen“ (The Museum of Modern Art, New York), das Wassily Kandinsky 1912 der Luxus- und Museumsausgabe des Almanachs „Der Blaue Reiter“ als handkolorierten Holzschnitt eingefügt hatte. In Wiederholds Gemälde verschmelzen Elemente von Futurismus, Orphismus, Art déco, russischer Folklore und Theater. Der als Ernst Walther Wiederhold geborene Künstler hatte 1924 ein Studium bei Cesar Klein in dessen Atelierklasse für dekorative Malerei und Bühnengestaltung an den Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst in Berlin begonnen. Bereits im Juli 1925 erhielt er eine Einzelausstellung in Herwarth Waldens Galerie Der Sturm. Stilistische Einflüsse für die „Bogenschützen“ dürften von im „Sturm“ vertretenen Künstlern ausgegangen sein, etwa von Robert Delaunay, Alexandra Exter, Michael Larionow oder der Werkstatt Hablik-Lindemann. Auch die theaterbezogenen Arbeiten von Léon Bakst, Fortunato Depero und Gino Severini hat Wiederhold vermutlich gekannt. Als durch den Nationalsozialismus die Verdienstmöglichkeiten für ihn entfielen, gab er sein künstlerisches Schaffen auf, ließ sich zum Buchhändler ausbilden und blieb auch nach dem Zweiten Weltkrieg bei diesem Beruf. | Dieter Scholz