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Alter Fischerhafen

Ident. Nr.: A IV 8

ObjID: obj:962092

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Walter Womacka (1925 - 2010),
Künstler*in
Datierung
1953
Weitere Titel
Sammlungstitel: Alter Fischerhafen
Übersetzung: Old Fishing Harbour
Material / Technik
Öl auf Hartfaser
Abmessungen
Höhe x Breite: 69 x 50 cm
Erwerbung
1962 Ankauf vom Künstler, Berlin (Ost)

Objektbeschreibung

Im Jahr 1962 – Womacka war mit 37 Jahren nicht nur Liebling des Staates und der Kunstkritik der DDR, sondern auch beim Publikum populär – erwarb die Nationalgalerie drei seiner Werke direkt von ihm, darunter „Rübenhackerinnen“ von 1956 (A IV 7), das neben anderen Arbeiten seinen Ruhm begründet hatte. Zeitloser als jenes sozialistisch-realistische Brigadebild sind zwei frühere Arbeiten aus den 1950er-Jahren, die er am Bodden an der Ostsee gemalt hatte. Das komplexere der beiden zeigt einen kleinen impressionistischen Fischerhafen (A IV 8), zauberhaft bei Born am Darß gelegen, mit drei Booten, die am hölzernen Steg vertäut sind, während auf wackeligen Gestellen die Netze trocknen. Am Horizont ist, je nach Betrachtungsweise, eine Landbrücke oder die Brandung zu erkennen. Das andere Werk ist das „Porträt eines Fischers“ (A IV 3), der mit seinen leuchtenden, milden Augen und grauen Haaren, die Haut von der Witterung gezeichnet, ohne explizite Attribute des sozialistischen Kunstauftrags auskommt. Intuitiv mag man in ihm die entspannte Version von Ernest Hemingways altem Mann sehen, ohne dessen existenzielle Anstrengung und die Naturgewalt – das Meer ist flach wie eine Flunder. Zwei klassische Werke, die unaufgeregt einer großen Maltradition folgen, mit der charakteristischen Leichtigkeit, Qualität und Eigenständigkeit des Künstlers. | Sven Haase

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Bogenschützen

Bogenschützen

Vier gespannte Bogen mit Pfeilen sind in dem nahezu abstrakt wirkenden Gemälde zu erkennen, auch die Körper der Bogenschützen und ihrer Pferde. Die Pfeile zielen auf ein Wildtier, das sich – offenbar schon getroffen, durchlöchert und blutend – auf dem Rücken wälzt. Wiederhold hat seine Bildidee in eine überbordende ornamentale Komposition übersetzt. Deren Farb- und Formfülle sowie das Motiv könnten ein ferner Reflex sein auf das 1909 entstandene „Bild mit Bogenschützen“ (The Museum of Modern Art, New York), das Wassily Kandinsky 1912 der Luxus- und Museumsausgabe des Almanachs „Der Blaue Reiter“ als handkolorierten Holzschnitt eingefügt hatte. In Wiederholds Gemälde verschmelzen Elemente von Futurismus, Orphismus, Art déco, russischer Folklore und Theater. Der als Ernst Walther Wiederhold geborene Künstler hatte 1924 ein Studium bei Cesar Klein in dessen Atelierklasse für dekorative Malerei und Bühnengestaltung an den Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst in Berlin begonnen. Bereits im Juli 1925 erhielt er eine Einzelausstellung in Herwarth Waldens Galerie Der Sturm. Stilistische Einflüsse für die „Bogenschützen“ dürften von im „Sturm“ vertretenen Künstlern ausgegangen sein, etwa von Robert Delaunay, Alexandra Exter, Michael Larionow oder der Werkstatt Hablik-Lindemann. Auch die theaterbezogenen Arbeiten von Léon Bakst, Fortunato Depero und Gino Severini hat Wiederhold vermutlich gekannt. Als durch den Nationalsozialismus die Verdienstmöglichkeiten für ihn entfielen, gab er sein künstlerisches Schaffen auf, ließ sich zum Buchhändler ausbilden und blieb auch nach dem Zweiten Weltkrieg bei diesem Beruf. | Dieter Scholz