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Medaille Max Pechstein

Ident. Nr.: B I 680

ObjID: obj:962106

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Richard Scheibe (1879 - 1964),
Künstler*in
Datierung
1946
Weitere Titel
Sammlungstitel: Medaille Max Pechstein
Übersetzung: Medallion for Max Pechstein
Geografische Bezüge
Provenienz
im Besitz des Künstlers,
1948
Kauf: Magistrat von Groß-Berlin,
1948–1951
Material / Technik
Bronze
Abmessungen
Durchmesser: 12,8 cm
Erwerbung
1948 Ankauf vom Künstler, Berlin, für die Galerie des 20. Jahrhunderts. 1951 Schenkung des Magistrats von Groß-Berlin (Ost)

Objektbeschreibung

Der Maler und Grafiker Max Pechstein (1881–1955) war ein bedeutender Vertreter des Expressionismus. Scheibe lernte ihn in Berlin kennen, wo sich beide in denselben gesellschaftlichen Kreisen bewegten. Die NS-Zeit erlebten die stilistisch so verschiedenen Künstler auf unterschiedliche Weise. Während Scheibe zu den vom nationalsozialistischen Regime bevorzugten Künstlern gehörte, wurde Pechsteins Kunst diffamiert. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges fanden sowohl Scheibe als auch Pechstein mit seiner Familie zeitweise Unterkunft in der Wohnung des Ehepaares Eduard und Mica Pietzsch in Charlottenburg. Beide Künstler wurden von Karl Hofer an die neugegründete Hochschule für bildende Künste berufen. Die Bronzemedaille, entstanden anlässlich von Pechsteins 65. Geburtstag, zeigt ihn im Profil nach links blickend. Auf der Rückseite ist ein liegender Akt abgebildet, Tauben fütternd – wahrscheinlich die allegorische Darstellung von Mutter Erde. In der Sammlung der Nationalgalerie befinden sich weitere der zahlreichen Bildnismedaillen Scheibes aus der Nachkriegszeit: von Karl Hofer (B 52), Renée Sintenis (B 508 und NG 92/81), Georg Kolbe (B 230), Karl Schmidt-Rottluff (B 136) und Gerhard Marcks (B 232). | Philine Pahnke

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Bogenschützen

Bogenschützen

Vier gespannte Bogen mit Pfeilen sind in dem nahezu abstrakt wirkenden Gemälde zu erkennen, auch die Körper der Bogenschützen und ihrer Pferde. Die Pfeile zielen auf ein Wildtier, das sich – offenbar schon getroffen, durchlöchert und blutend – auf dem Rücken wälzt. Wiederhold hat seine Bildidee in eine überbordende ornamentale Komposition übersetzt. Deren Farb- und Formfülle sowie das Motiv könnten ein ferner Reflex sein auf das 1909 entstandene „Bild mit Bogenschützen“ (The Museum of Modern Art, New York), das Wassily Kandinsky 1912 der Luxus- und Museumsausgabe des Almanachs „Der Blaue Reiter“ als handkolorierten Holzschnitt eingefügt hatte. In Wiederholds Gemälde verschmelzen Elemente von Futurismus, Orphismus, Art déco, russischer Folklore und Theater. Der als Ernst Walther Wiederhold geborene Künstler hatte 1924 ein Studium bei Cesar Klein in dessen Atelierklasse für dekorative Malerei und Bühnengestaltung an den Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst in Berlin begonnen. Bereits im Juli 1925 erhielt er eine Einzelausstellung in Herwarth Waldens Galerie Der Sturm. Stilistische Einflüsse für die „Bogenschützen“ dürften von im „Sturm“ vertretenen Künstlern ausgegangen sein, etwa von Robert Delaunay, Alexandra Exter, Michael Larionow oder der Werkstatt Hablik-Lindemann. Auch die theaterbezogenen Arbeiten von Léon Bakst, Fortunato Depero und Gino Severini hat Wiederhold vermutlich gekannt. Als durch den Nationalsozialismus die Verdienstmöglichkeiten für ihn entfielen, gab er sein künstlerisches Schaffen auf, ließ sich zum Buchhändler ausbilden und blieb auch nach dem Zweiten Weltkrieg bei diesem Beruf. | Dieter Scholz