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Selbstbildnis mit Sohn

Ident. Nr.: A IV 220

ObjID: obj:962133

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Ernest Neuschul (1895 - 1968),
Künstler*in
Datierung
1937
Weitere Titel
Sammlungstitel: Selbstbildnis mit Sohn
Übersetzung: Self Portrait with Son
Provenienz
im Besitz des Künstlers,
1968
Material / Technik
Öl auf Leinwand
Abmessungen
Höhe x Breite: 90 x 70 cm
Erwerbung
1968 Geschenk des Künstlers

Objektbeschreibung

1933 wurde die Novembergruppe, deren letzter Vorsitzender Neuschul war, auf Geheiß des nationalsozialistischen Regimes geschlossen. Als Kommunist und Jude sah sich Neuschul gezwungen, Berlin zu verlassen. 1934 heiratete er die Malerin Christl Bell, die bis 1933 auch als Restauratorin am Berliner Kaiser-Friedrich-Museum (dem heutigen Bode-Museum) tätig gewesen war. Im selben Jahr zogen sie zunächst in Neuschuls Geburtsstadt Aussig (heute Ústí nad Labem), wo ihr erstes Kind, Tyl, geboren wurde, 1935/1936 dann nach Moskau. Das „Selbstbildnis mit Sohn“ entstand nach ihrer Rückkehr in Aussig. Es zeigt den Maler mit seinem Sohn Tyl, der später unter dem Namen Khalil selbst ein Maler werden sollte. Das Vater-Sohn-Idyll, mit heimeligem Vorhang im Hinter- und großer Palette im Vordergrund, auf der beide gemeinsam die Farben zu mischen scheinen, gibt nur eine vage Ahnung der russischen Erfahrungen, die Neuschul noch in den Knochen sitzen mussten: Nach anfänglichen Erfolgen – Neuschul erhielt im Museum für Neue Westliche Kunst eine Einzelausstellung, wurde in den sowjetischen Künstlerverband aufgenommen und beauftragt, Josef Wissarionowitsch Stalin zu porträtieren – war es ihm nur durch die Warnung eines später selbst ermordeten Volkskommissars gelungen, den stalinistischen „Säuberungen“ zu entfliehen. Auch in seiner Heimatstadt konnte er sich nicht in Sicherheit wähnen. Die Neuschuls zogen weiter nach Prag, von wo aus sie im März 1939 in letzter Minute über Deutschland und Holland nach Großbritannien flohen. | Kyllikki Zacharias

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Bogenschützen

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Vier gespannte Bogen mit Pfeilen sind in dem nahezu abstrakt wirkenden Gemälde zu erkennen, auch die Körper der Bogenschützen und ihrer Pferde. Die Pfeile zielen auf ein Wildtier, das sich – offenbar schon getroffen, durchlöchert und blutend – auf dem Rücken wälzt. Wiederhold hat seine Bildidee in eine überbordende ornamentale Komposition übersetzt. Deren Farb- und Formfülle sowie das Motiv könnten ein ferner Reflex sein auf das 1909 entstandene „Bild mit Bogenschützen“ (The Museum of Modern Art, New York), das Wassily Kandinsky 1912 der Luxus- und Museumsausgabe des Almanachs „Der Blaue Reiter“ als handkolorierten Holzschnitt eingefügt hatte. In Wiederholds Gemälde verschmelzen Elemente von Futurismus, Orphismus, Art déco, russischer Folklore und Theater. Der als Ernst Walther Wiederhold geborene Künstler hatte 1924 ein Studium bei Cesar Klein in dessen Atelierklasse für dekorative Malerei und Bühnengestaltung an den Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst in Berlin begonnen. Bereits im Juli 1925 erhielt er eine Einzelausstellung in Herwarth Waldens Galerie Der Sturm. Stilistische Einflüsse für die „Bogenschützen“ dürften von im „Sturm“ vertretenen Künstlern ausgegangen sein, etwa von Robert Delaunay, Alexandra Exter, Michael Larionow oder der Werkstatt Hablik-Lindemann. Auch die theaterbezogenen Arbeiten von Léon Bakst, Fortunato Depero und Gino Severini hat Wiederhold vermutlich gekannt. Als durch den Nationalsozialismus die Verdienstmöglichkeiten für ihn entfielen, gab er sein künstlerisches Schaffen auf, ließ sich zum Buchhändler ausbilden und blieb auch nach dem Zweiten Weltkrieg bei diesem Beruf. | Dieter Scholz