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Sachsenhausen (Zwischengröße)

Ident. Nr.: B II 29

ObjID: obj:962138

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Waldemar Grzimek (1918 - 1984),
Künstler*in
Datierung
1959/1960
Weitere Titel
Sammlungstitel: Sachsenhausen (Zwischengröße)
Übersetzung: Sachsenhausen (intermediate size)
Geografische Bezüge
Provenienz
Kauf: im Besitz des Künstlers,
1960–1961
Material / Technik
Bronze
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 145 x 110 x 63 cm
Erwerbung
1961 Ankauf vom Künstler, Berlin (Ost), durch den Kulturfonds der DDR

Objektbeschreibung

Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges fertigte Grzimek einige Entwürfe für Denkmäler und Mahnmale an. Jene für die Figurengruppe „Sachsenhausen“ entstanden in den Jahren 1959 und 1960 im Auftrag der Gedenkstätte auf dem Gelände des ehemaligen Konzentrationslagers in Oranienburg. Die Grablegungsszene zeigt drei männliche Figuren: Zwei Häftlinge halten einen Toten in einem Tuch. Die Gruppe ist pyramidal angeordnet, die überragende, aufrecht stehende Figur richtet Kopf und Blick nach links. Mit festem Griff hält sie das Tuch, welches die Körpermitte des Toten einhüllt. Die leblosen Glieder hängen aus dem Tragetuch heraus, Hände und Füße berühren den Boden. Deutlich bringt die Körperhaltung des Trägers den Willen zum Widerstand zum Ausdruck. Der zweite Tragende wirkt schwächer, er ist über den Kopf und die Schultern des Leichnams gebeugt. Aus dieser Haltung sprechen die Trauer über die Verluste und das Leid. Der Vergleich zur trauernden Mutter Jesu in der traditionellen Figur der Pietà drängt sich auf. Betrauert werden die Verstorbenen, versinnbildlicht durch den ausgemergelten Körper im Leichentuch. Die Perspektiven der Opfer, Trauernden und Widerstandskämpfer*innen werden symbolisch in einem Appell und einer Mahnung vereint.1961 wurde die Gedenkstätte Sachsenhausen mit der überlebensgroßen Version der Figurengruppe eingeweiht, und die Nationalgalerie (Ost) erwarb eine Zwischengröße der Bronzeplastik. | Sophia Bösch

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Bogenschützen

Bogenschützen

Vier gespannte Bogen mit Pfeilen sind in dem nahezu abstrakt wirkenden Gemälde zu erkennen, auch die Körper der Bogenschützen und ihrer Pferde. Die Pfeile zielen auf ein Wildtier, das sich – offenbar schon getroffen, durchlöchert und blutend – auf dem Rücken wälzt. Wiederhold hat seine Bildidee in eine überbordende ornamentale Komposition übersetzt. Deren Farb- und Formfülle sowie das Motiv könnten ein ferner Reflex sein auf das 1909 entstandene „Bild mit Bogenschützen“ (The Museum of Modern Art, New York), das Wassily Kandinsky 1912 der Luxus- und Museumsausgabe des Almanachs „Der Blaue Reiter“ als handkolorierten Holzschnitt eingefügt hatte. In Wiederholds Gemälde verschmelzen Elemente von Futurismus, Orphismus, Art déco, russischer Folklore und Theater. Der als Ernst Walther Wiederhold geborene Künstler hatte 1924 ein Studium bei Cesar Klein in dessen Atelierklasse für dekorative Malerei und Bühnengestaltung an den Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst in Berlin begonnen. Bereits im Juli 1925 erhielt er eine Einzelausstellung in Herwarth Waldens Galerie Der Sturm. Stilistische Einflüsse für die „Bogenschützen“ dürften von im „Sturm“ vertretenen Künstlern ausgegangen sein, etwa von Robert Delaunay, Alexandra Exter, Michael Larionow oder der Werkstatt Hablik-Lindemann. Auch die theaterbezogenen Arbeiten von Léon Bakst, Fortunato Depero und Gino Severini hat Wiederhold vermutlich gekannt. Als durch den Nationalsozialismus die Verdienstmöglichkeiten für ihn entfielen, gab er sein künstlerisches Schaffen auf, ließ sich zum Buchhändler ausbilden und blieb auch nach dem Zweiten Weltkrieg bei diesem Beruf. | Dieter Scholz