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Bahnübergang

Ident. Nr.: NG 10/63

ObjID: obj:962163

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Bernhard Klein (1888 - 1967),
Künstler*in
Datierung
1926
Weitere Titel
Sammlungstitel: Bahnübergang
Übersetzung: Railway Crossing
Provenienz
im Besitz des Künstlers,
1963
Material / Technik
Öl auf Pappe
Abmessungen
Höhe x Breite: 56 x 73 cm
Erwerbung
1963 Ankauf vom Künstler

Objektbeschreibung

Während seines Studiums an der Landeskunstschule Hamburg hatte Klein wiederholt die industrialisierte Vorstadtlandschaft seiner Umgebung zum Thema gewählt. Es entstanden Bilder, die den Hamburger Hafen zeigen, Brücken, Fabriken oder den „Bahnübergang bei Hamm (Hamburg-Hamm)“, eine Radierung von 1910 (WVZ Karsch 1979, S. 153, Nr. R 3). In dem anderthalb Jahrzehnte später während seiner Zeit als Bühnenbildner in Königsberg geschaffenen Gemälde hat Klein den Übergang von städtischem Arbeitsraum und ländlicher Idylle zu einem Ort existenzieller Leere verdichtet. Alles ist hier Warten. Die Realität mutet wie ein Planspiel an. Kleine menschliche Figuren übernehmen die Rolle von Statisten, rot-weiß gestreifte Schranken haben sich sinnbildhaft zum Andreaskreuz gesenkt. Doch Erinnerungen an das apostolische Martyrium sind getilgt – stattdessen wird vor der wie ausgestorben wirkenden Stadt die Ankunft eines noch unsichtbaren Zuges erwartet, Inbegriff des Fortschritts in einer sich im radikalen Wandel befindenden Welt. | Kyllikki Zacharias

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Bogenschützen

Bogenschützen

Vier gespannte Bogen mit Pfeilen sind in dem nahezu abstrakt wirkenden Gemälde zu erkennen, auch die Körper der Bogenschützen und ihrer Pferde. Die Pfeile zielen auf ein Wildtier, das sich – offenbar schon getroffen, durchlöchert und blutend – auf dem Rücken wälzt. Wiederhold hat seine Bildidee in eine überbordende ornamentale Komposition übersetzt. Deren Farb- und Formfülle sowie das Motiv könnten ein ferner Reflex sein auf das 1909 entstandene „Bild mit Bogenschützen“ (The Museum of Modern Art, New York), das Wassily Kandinsky 1912 der Luxus- und Museumsausgabe des Almanachs „Der Blaue Reiter“ als handkolorierten Holzschnitt eingefügt hatte. In Wiederholds Gemälde verschmelzen Elemente von Futurismus, Orphismus, Art déco, russischer Folklore und Theater. Der als Ernst Walther Wiederhold geborene Künstler hatte 1924 ein Studium bei Cesar Klein in dessen Atelierklasse für dekorative Malerei und Bühnengestaltung an den Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst in Berlin begonnen. Bereits im Juli 1925 erhielt er eine Einzelausstellung in Herwarth Waldens Galerie Der Sturm. Stilistische Einflüsse für die „Bogenschützen“ dürften von im „Sturm“ vertretenen Künstlern ausgegangen sein, etwa von Robert Delaunay, Alexandra Exter, Michael Larionow oder der Werkstatt Hablik-Lindemann. Auch die theaterbezogenen Arbeiten von Léon Bakst, Fortunato Depero und Gino Severini hat Wiederhold vermutlich gekannt. Als durch den Nationalsozialismus die Verdienstmöglichkeiten für ihn entfielen, gab er sein künstlerisches Schaffen auf, ließ sich zum Buchhändler ausbilden und blieb auch nach dem Zweiten Weltkrieg bei diesem Beruf. | Dieter Scholz