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Mademoiselle Yvonne

Ident. Nr.: A III 235

ObjID: obj:962195

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Max Lingner (1888 - 1959),
Künstler*in
Datierung
Herstellung: 1939
Geografische Bezüge
Provenienz
im Besitz des Künstlers,
11.6.1949
Schenkung: Deutsche Verwaltung für Volksbildung / Staatliche Kommission für Kunstangelegenheiten,
11.6.1949–1952
Material / Technik
Öl auf Leinwand
Abmessungen
Höhe x Breite: 99 x 51 cm
Erwerbung
1949 Geschenk des Künstlers an das deutsche Volk. 1952 von der Staatlichen Kommission für Kunstangelegenheiten der Nationalgalerie übergeben

Objektbeschreibung

„Mademoiselle Yvonne“, eines der bekanntesten Werke Lingners, zeigt eine selbstbewusste junge Frau, die den Betrachter:innen mit erhobenem Kopf forsch entgegenschreitet. Die Präsenz der monumental und fast bildfüllend wiedergegebenen Person unterstreichen ihr elegantes Auftreten im schwarzen Kleid, mit halblangen Handschuhen, perfekt frisiertem Haar, blassem Teint und rot geschminkten Lippen. Das Bildnis von Yvonne sticht aus Lingners zahlreichen Frauen- und Mädchendarstellungen heraus, sicher auch, weil es sich hier um eine konkrete Person handelt und nicht um einen Typus. Kennengelernt hatten sich die beiden vermutlich im Juli 1939 in der Redaktion der „L’Humanité“, der Verbandszeitung der Kommunistischen Partei Frankreichs, für die Lingner seit drei Jahren als Pressezeichner arbeitete. Yvonne, beschäftigt als Buchhalterin in einer Pariser Bank, war Mitglied der kommunistischen „Union des jeunes filles de France“. Nach dem Beginn des Zweiten Weltkriegs unterstützte sie die Résistance mit Kurierdiensten. Sie wurde verhaftet, gefoltert und nach Auschwitz deportiert, wo sie vermutlich im Frühjahr 1943 starb. Über die persönliche Faszination von Yvonne hinaus vermittelt das Gemälde Lingners generelles künstlerisches Anliegen: „Mehr als den eigenen Landsleuten war mir als Deutschem immer schon die Bedeutung der französischen Frau im öffentlichen Leben, im Parteileben, in der Illegalität, der Widerstandsbewegung und im Kampf für Freiheit und Frieden aufgefallen, und oft hatte ich ihre fröhliche Zuversicht, ihren leidenschaftlichen Heroismus mit Feder und Pinsel verherrlicht“ (Max Lingner, Mein Leben und meine Arbeit, Dresden 1955, S. 68). | Maike Steinkamp

Letzte Aktualisierung: 04.08.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Badende

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Die Statue scheint 1909 für einen mehrfigurigen Brunnen konzipiert worden zu sein, was den Titel „Badende“ erklärt. Um 1910 wurde jedoch nur eine einzelne Bronzefigur hergestellt, die an der Fassade eines 1910/1911 errichteten Miets- und Geschäftshauses in der Hardenbergstraße 1 in Berlin-Charlottenburg ihre Aufstellung fand. Der Eigentümer dieses „Haus am Knie“ genannten Gebäudes und damit auch der Figur war der Architekt und Immobilienunternehmer Arthur Vogdt. Die Fassade hatte der junge Bruno Taut entworfen. Die Statue stand auf einem hohen Sockel am Eingang des Hauses; ihre auffallende Drehung war auf diesen Standort abgestimmt. Wegen eines Schreibens des Bildhauers Richard Scheibe wurde die Figur früher auf 1904/1905 datiert; das trifft jedoch genauso wenig zu wie die Datierung um 1906 (Ethos und Pathos. Die Berliner Bildhauerschule 1786–1914, Ausst.-Kat. Skulpturengalerie der Staatlichen Museen Preußischer Kulturbesitz, Berlin, 1990, Nr. 124). Die Angabe „um 1910“ dagegen entspricht der Bauzeit des Hauses. Damals schuf Kolbe auch eine große Frauenstatue nach dem Modell der späteren Bildhauerin Renée Sintenis (Georg Kolbe, 1877–1947, Ausst.-Kat. Georg Kolbe Museum, Berlin, 1997, Abb. S. 27). Wegen der Proportionen, der aufgerichteten Haltung und des herben Gesichts dürfte die „Badende“ nach demselben Modell entstanden sein. Im Zweiten Weltkrieg wurde das „Haus am Knie“ zerstört. Die Statue gelangte in den Besitz von Kurt Reutti, der zahlreiche Kunstwerke aus Berliner Kriegsruinen rettete. 1957 war die Bronze eine der ersten Erwerbungen für die Nationalgalerie (West). | Ursel Berger