Logo

Selbstbildnis

Ident. Nr.: B 499

ObjID: obj:962273

1960 erworben durch das Land Berlin
n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Käthe Kollwitz (1867 - 1945),
Künstler*in
Datierung
1926-1936 (Guss wohl 1960)
Weitere Titel
Sammlungstitel: Selbstbildnis
Übersetzung: Self Portrait
Geografische Bezüge
Provenienz
Galerie Alex Vömel, Düsseldorf,
1960
Galerie des 20. Jahrhunderts, Berlin (West),
1960–1968
Material / Technik
Bronze
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 37 x 23 x 28 cm ohne Sockel
Erwerbung
1960 Ankauf von der Galerie Alex Vömel, Düsseldorf, durch das Land Berlin für die Galerie des 20. Jahrhunderts (West)

Objektbeschreibung

Im März 1919 wurde Kollwitz das erste weibliche Mitglied der Berliner Akademie der Künste. Noch im selben Jahr verlieh man ihr den Professorentitel. Sie lehnte jedoch grundsätzlich alle Titel ab und verbat es sich, damit angesprochen zu werden. Ab 1928 war sie Leiterin eines Meisterateliers für Grafik an der Akademie. Allgemein scheint sie sich wenig um Statussymbole geschert zu haben. Trotz ihres Erfolgs war sie sehr selbstkritisch und stellte hohe Ansprüche an sich und ihr Schaffen: „Leider hab [ich] meine Kraft von Wochen dareingesetzt, meinen Kopf plastisch zu machen. Schraube ohne Ende, es wird täglich besser und nie gut. Abbrechen wäre das beste, aber ich bin zu verbissen“ (Eintrag vom 13.10.1926, in: Käthe Kollwitz, Die Tagebücher, 1908–1943, hrsg. v. Jutta Bohnke-Kollwitz, München 2012, S. 617). Der ernsthafte, eher traurige oder nachdenkliche Gesichtsausdruck in diesem Selbstbildnis aus Bronze ähnelt Kollwitz’ zahlreichen zeichnerischen beziehungsweise druckgrafischen Selbstporträts. Die detaillierten Stirn- und Augenfalten der mittlerweile sechzigjährigen Künstlerin und ihre einfache Frisur zeugen von einem ehrlichen Blick auf sich selbst. Dieser Kopf wurde zur Vorlage für den Kopf der Mutter im Denkmal „Die trauernden Eltern“ (1927–1932; Friedhof in Vladslo, Belgien) – es ist ihrem Sohn Peter gewidmet, der bereits 1914 im Ersten Weltkrieg umgekommen war. | Emily Joyce Evans

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

Weitere Objekte aus den Sammlungen

Bogenschützen

Bogenschützen

Vier gespannte Bogen mit Pfeilen sind in dem nahezu abstrakt wirkenden Gemälde zu erkennen, auch die Körper der Bogenschützen und ihrer Pferde. Die Pfeile zielen auf ein Wildtier, das sich – offenbar schon getroffen, durchlöchert und blutend – auf dem Rücken wälzt. Wiederhold hat seine Bildidee in eine überbordende ornamentale Komposition übersetzt. Deren Farb- und Formfülle sowie das Motiv könnten ein ferner Reflex sein auf das 1909 entstandene „Bild mit Bogenschützen“ (The Museum of Modern Art, New York), das Wassily Kandinsky 1912 der Luxus- und Museumsausgabe des Almanachs „Der Blaue Reiter“ als handkolorierten Holzschnitt eingefügt hatte. In Wiederholds Gemälde verschmelzen Elemente von Futurismus, Orphismus, Art déco, russischer Folklore und Theater. Der als Ernst Walther Wiederhold geborene Künstler hatte 1924 ein Studium bei Cesar Klein in dessen Atelierklasse für dekorative Malerei und Bühnengestaltung an den Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst in Berlin begonnen. Bereits im Juli 1925 erhielt er eine Einzelausstellung in Herwarth Waldens Galerie Der Sturm. Stilistische Einflüsse für die „Bogenschützen“ dürften von im „Sturm“ vertretenen Künstlern ausgegangen sein, etwa von Robert Delaunay, Alexandra Exter, Michael Larionow oder der Werkstatt Hablik-Lindemann. Auch die theaterbezogenen Arbeiten von Léon Bakst, Fortunato Depero und Gino Severini hat Wiederhold vermutlich gekannt. Als durch den Nationalsozialismus die Verdienstmöglichkeiten für ihn entfielen, gab er sein künstlerisches Schaffen auf, ließ sich zum Buchhändler ausbilden und blieb auch nach dem Zweiten Weltkrieg bei diesem Beruf. | Dieter Scholz