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Schwägerin

Ident. Nr.: A IV 449

ObjID: obj:962285

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Gerd Böhme (1899 - 1978),
Künstler*in
Datierung
um 1925
Weitere Titel
Sammlungstitel: Schwägerin
Übersetzung: Sister-in-Law
Provenienz
Kunsthandlung Kühl, Dresden,
1982
Material / Technik
Öl auf Leinwand
Abmessungen
Höhe x Breite: 98,5 x 63 cm
Erwerbung
1982 Ankauf von der Kunstausstellung Kühl, Dresden

Objektbeschreibung

Der gelernte Lithograf Gerhard (Gerd) Böhme studierte von 1919 bis 1923 an der Kunstgewerbeakademie in Dresden, anschließend bis 1927 an der dortigen Kunstakademie, an der er im selben Jahr Schüler von Otto Dix wurde. Um diese Zeit prägte die Neue Sachlichkeit seinen Mal- und Zeichenstil. Das lässt sich besonders gut an seinen Porträts erkennen. Die „Schwägerin“ ist mit ihren klaren Zügen, den zurückgekämmten Haaren und der etwas verspannten Körperhaltung ungeschönt dargestellt. Gleichermaßen realitätsnah und schonungslos wirken die Spiegelung in den dicken Brillengläsern und der unebene Verlauf der Streifen ihrer Bluse im Brustbereich. Daneben erscheint die Physalis fast heiter und im Vergleich zum Hauptmotiv überraschend hell. Böhme lebte und arbeitete stets eher zurückgezogen in Dresden; über sein späteres Schaffen ist nur wenig bekannt. | Emily Joyce Evans

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Bogenschützen

Bogenschützen

Vier gespannte Bogen mit Pfeilen sind in dem nahezu abstrakt wirkenden Gemälde zu erkennen, auch die Körper der Bogenschützen und ihrer Pferde. Die Pfeile zielen auf ein Wildtier, das sich – offenbar schon getroffen, durchlöchert und blutend – auf dem Rücken wälzt. Wiederhold hat seine Bildidee in eine überbordende ornamentale Komposition übersetzt. Deren Farb- und Formfülle sowie das Motiv könnten ein ferner Reflex sein auf das 1909 entstandene „Bild mit Bogenschützen“ (The Museum of Modern Art, New York), das Wassily Kandinsky 1912 der Luxus- und Museumsausgabe des Almanachs „Der Blaue Reiter“ als handkolorierten Holzschnitt eingefügt hatte. In Wiederholds Gemälde verschmelzen Elemente von Futurismus, Orphismus, Art déco, russischer Folklore und Theater. Der als Ernst Walther Wiederhold geborene Künstler hatte 1924 ein Studium bei Cesar Klein in dessen Atelierklasse für dekorative Malerei und Bühnengestaltung an den Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst in Berlin begonnen. Bereits im Juli 1925 erhielt er eine Einzelausstellung in Herwarth Waldens Galerie Der Sturm. Stilistische Einflüsse für die „Bogenschützen“ dürften von im „Sturm“ vertretenen Künstlern ausgegangen sein, etwa von Robert Delaunay, Alexandra Exter, Michael Larionow oder der Werkstatt Hablik-Lindemann. Auch die theaterbezogenen Arbeiten von Léon Bakst, Fortunato Depero und Gino Severini hat Wiederhold vermutlich gekannt. Als durch den Nationalsozialismus die Verdienstmöglichkeiten für ihn entfielen, gab er sein künstlerisches Schaffen auf, ließ sich zum Buchhändler ausbilden und blieb auch nach dem Zweiten Weltkrieg bei diesem Beruf. | Dieter Scholz