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Ursula Niemöller

Ident. Nr.: B I 583

ObjID: obj:962314

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Hermann Blumenthal (1905 - 1942),
Künstler*in
Datierung
Herstellung: 1935 (Guss 1936)
Geografische Bezüge
Provenienz
im Besitz des Künstlers,
1936
Material / Technik
Bronze
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 34 x 20 x 26,6 cm
Erwerbung
1936 Ankauf vom Künstler

Objektbeschreibung

Anfang 1935 modellierte Blumenthal eine Porträtbüste der damals 17-jährigen Ursula Niemöller (1918–2002), der Tochter des Offiziers Erich Niemöller. Die junge Frau arbeitete nach einer Ausbildung zur Buchhändlerin bis Anfang der 1940er-Jahre in der Buch- und Kunsthandlung von Karl Buchholz in Berlin. Dieser zeigte in einem Galerieraum im Stockwerk über seinem Hauptgeschäft in der Leipziger Straße seit Dezember 1934 Ausstellungen zeitgenössischer Künstler. Blumenthal war bis 1940 regelmäßig bei ihm vertreten, 1936 hatte er dort seine erste größere Werkschau. Das zwischen Januar und April 1935 zunächst in Gips modellierte Bildnis Ursula Niemöllers kaufte die Nationalgalerie jedoch direkt vom Künstler. Am 23. Januar 1936 schrieb der an der Nationalgalerie tätige Alfred Hentzen an Blumenthal: „Direktor Hanfstaengl hat beschlossen, Ihren schönen Frauenkopf in Bronze zum Preise von 300 Mark für die National-Galerie zu erwerben. Den Guss veranlassen Sie wohl und holen das Gipsmodell wieder bei mir ab. Es freut mich sehr, dass die schöne Arbeit nun hier bleibt. Beste Grüsse, Heil Hitler!“ (SMB-ZA, I/NG 872, Bl. 18). | Maike Steinkamp

Letzte Aktualisierung: 04.08.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Der gebürtige Brite Hayter war nach einem Studium der Chemie und Geologie 1926 nach Paris gegangen, um an der Académie Julian Kunst zu studieren. Er wandte sich nun vor allem der Druckgrafik zu. Bereits 1927 führte er ein privates Atelier für experimentelle Grafik, das ab 1931 als „Atelier 17“ bekannt wurde. Es war bald ein kreativer Ort der Lehre und des Gedankenaustauschs für Künstler wie Yves Tanguy, André Masson, Joan Miró, Wassily Kandinsky, Roberto Matta und Hans Arp. Anfang der 1930er-Jahre löste sich Hayter von seinen figurativen Anfängen und baute mehr und mehr abstrakte, organische Formen in seine Grafiken ein, die seine Nähe zu den Surrealisten bezeugen. Zu den frühesten Arbeiten, die diesen Wechsel dokumentieren, gehört die sechsteilige Radierserie „Apokalypse“. Die auf den ersten Blättern noch dominanten figurativen Elemente – ein Mann, dessen Herz offen in seiner Brust schlägt; eine Gruppe von Pferden oder ein brennendes Haus, das von tiefen Rissen umgeben ist – werden von amorphen Linien- und Flächengebilden überlagert, die in den letzten drei Blättern überhandnehmen und den apokalyptischen Prozess der Auflösung unterstreichen. Erst als die Veröffentlichung der Radierungen, begleitet von Versen des surrealistischen Dichters Georges Hugnet, in der Pariser Édition Jeanne Bucher 1932 bevorstand, wurde deren Reihenfolge festgelegt. Seine künstlerische Expertise nahm Hayter 1940 mit nach New York, wo er ein neues Atelier eröffnete, das bald zum Anlaufpunkt von Künstlern wie William Baziotes, Robert Motherwell, Jackson Pollock, Willem de Kooning, Mark Rothko und Adolph Gottlieb wurde. | Maike Steinkamp