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Blumenstrauß in Kanne Verso: Weiblicher Akt mit Ornamenten

Ident. Nr.: A IV 167

ObjID: obj:962374

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Otto Dix (1891 - 1969),
Künstler*in
Datierung
1911-1913
Weitere Titel
Sammlungstitel: Blumenstrauß in Kanne Verso: Weiblicher Akt mit Ornamenten
Übersetzung: Bouquet of Flowers in a Pitcher Verso: Female Nude with Ornaments
Weiblicher Akt
Provenienz
Rudolf Wiltschek, Berlin,
368303
Übereignung: Dresdner Bank, Berlin,
15.8.1935
Kauf: Reichsfinanzministerium und Reichsministerium für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung,
15.8.1935
Material / Technik
Öl auf Leinwand auf Pappe
Abmessungen
Höhe x Breite: 71 x 53 cm
Erwerbung
1935 vom Preußischen Staat aus den Kunstbeständen der Dresdner Bank angekauft und an die Staatlichen Museen zu Berlin überwiesen, Vorbesitz Rudolf Wiltschek, Berlin (Lost Art-ID 618168).

Objektbeschreibung

Nach einer Lehre als Dekorationsmaler in Gera und ausgestattet mit einem schmalen Stipendium schrieb sich Dix im Herbst 1910 an der Kunstgewerbeschule in Dresden ein. In der konservativ ausgerichteten Lehranstalt erhielt er eine handwerkliche und technische Ausbildung, die zu Anfang ganz auf das Zeichnen konzentriert war. Dazu gehörte auch das Erfassen von Pflanzen. Aus jener Zeit sind einige Gouachen erhalten, in denen deutlich wird, mit welcher minutiösen Genauigkeit Dix diese wiedergeben konnte. Dem gegenüber steht das Gemälde „Blumenstrauß in Kanne“: Hier sind die Pflanzen wesentlich abstrahierter und dynamischer dargestellt. Die herabhängenden dunklen Köpfe deuten darauf hin, dass die Blüten bereits verwelken. Um das Gebinde hervorzuheben, hat Dix den Umriss von Gefäß und Pflanzen hell unterlegt. Der übrige Bildraum ist durch einzelne dunkle Pinselstriche skizziert. Vor allem in den Ecken scheint der Maluntergrund deutlich durch. Pflanzen spielten in der weiteren Entwicklung von Dix eine wichtige Rolle. So sind Blumen in vielen seiner Gemälde und Zeichnungen zu sehen, wobei der Künstler sie vor allem bei manchen Porträts (vgl. „Familie des Malers Adalbert Trillhaase“, B 87) als dekorative und zugleich symbolische Attribute verwendete. Auf der Rückseite von „Blumenstrauß in Kanne“ befinden sich Reste eines weiblichen Akts vor einem gemusterten Hintergrund. | Sven Beckstette

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Bogenschützen

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Vier gespannte Bogen mit Pfeilen sind in dem nahezu abstrakt wirkenden Gemälde zu erkennen, auch die Körper der Bogenschützen und ihrer Pferde. Die Pfeile zielen auf ein Wildtier, das sich – offenbar schon getroffen, durchlöchert und blutend – auf dem Rücken wälzt. Wiederhold hat seine Bildidee in eine überbordende ornamentale Komposition übersetzt. Deren Farb- und Formfülle sowie das Motiv könnten ein ferner Reflex sein auf das 1909 entstandene „Bild mit Bogenschützen“ (The Museum of Modern Art, New York), das Wassily Kandinsky 1912 der Luxus- und Museumsausgabe des Almanachs „Der Blaue Reiter“ als handkolorierten Holzschnitt eingefügt hatte. In Wiederholds Gemälde verschmelzen Elemente von Futurismus, Orphismus, Art déco, russischer Folklore und Theater. Der als Ernst Walther Wiederhold geborene Künstler hatte 1924 ein Studium bei Cesar Klein in dessen Atelierklasse für dekorative Malerei und Bühnengestaltung an den Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst in Berlin begonnen. Bereits im Juli 1925 erhielt er eine Einzelausstellung in Herwarth Waldens Galerie Der Sturm. Stilistische Einflüsse für die „Bogenschützen“ dürften von im „Sturm“ vertretenen Künstlern ausgegangen sein, etwa von Robert Delaunay, Alexandra Exter, Michael Larionow oder der Werkstatt Hablik-Lindemann. Auch die theaterbezogenen Arbeiten von Léon Bakst, Fortunato Depero und Gino Severini hat Wiederhold vermutlich gekannt. Als durch den Nationalsozialismus die Verdienstmöglichkeiten für ihn entfielen, gab er sein künstlerisches Schaffen auf, ließ sich zum Buchhändler ausbilden und blieb auch nach dem Zweiten Weltkrieg bei diesem Beruf. | Dieter Scholz