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Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche

Ident. Nr.: B 37/10

ObjID: obj:962413

1951 erworben durch das Land Berlin
n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Hans Jaenisch (1907 - 1989),
Künstler*in
Datierung
1951
Weitere Titel
Sammlungstitel: Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche
Übersetzung: Kaiser Wilhelm Memorial Church
Material / Technik
Tempera auf Hartfaserplatte
Abmessungen
Höhe x Breite: 69 x 51 cm
Erwerbung
1951 Ankauf vom Künstler durch das Land Berlin für die Galerie des 20. Jahrhunderts (West)

Objektbeschreibung

Die Ruine der Berliner Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche leuchtet hell auf dem dunkelblauen Grund des Gemäldes auf. Wie Lichtsäulen heben sich die weißen Kirchtürme von dem dunklen Nachthimmel ab, die durch den pastosen Farbauftrag und die starken Einritzungen ihre plastische Form erhalten. Das reliefartige Temperagemälde ist eines der letzten der zwischen 1947 und 1952 entstandenen Werke dieser Art, zu denen auch seine Werke „Flugzeuge der Luftbrücke“ (B 32/10) und „Haussegen“ (B 42/20) gehören. In den Nachkriegsjahren beschäftigte sich Jaenisch vermehrt mit dem Leben in West-Berlin und seiner Rezeption. Nach der schweren Beschädigung der Gedächtniskirche 1943 wurde die Ruine nach dem Zweiten Weltkrieg zum Mahnmal, um an die Grauen des Krieges zu erinnern und als Mahnmal des Friedens. Jaenisch hält in seinem Gemälde den Zustand um 1951 fest – fünf Jahre bevor der einsturzgefährdete Chor abgerissen wurde und ausschließlich die Ruine des Hauptturms der Kirche erhalten blieb, wie sie bis heute auf dem Breitscheidplatz steht. Die Einritzungen, Risse und scharfen Hell-Dunkel-Kontraste auf der Gemäldeoberfläche heben die Verletzungen des Gebäudes hervor und geben damit einen charakteristischen Eindruck der Stadt in dieser Zeit wieder. | Anina Gröger

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Bogenschützen

Bogenschützen

Vier gespannte Bogen mit Pfeilen sind in dem nahezu abstrakt wirkenden Gemälde zu erkennen, auch die Körper der Bogenschützen und ihrer Pferde. Die Pfeile zielen auf ein Wildtier, das sich – offenbar schon getroffen, durchlöchert und blutend – auf dem Rücken wälzt. Wiederhold hat seine Bildidee in eine überbordende ornamentale Komposition übersetzt. Deren Farb- und Formfülle sowie das Motiv könnten ein ferner Reflex sein auf das 1909 entstandene „Bild mit Bogenschützen“ (The Museum of Modern Art, New York), das Wassily Kandinsky 1912 der Luxus- und Museumsausgabe des Almanachs „Der Blaue Reiter“ als handkolorierten Holzschnitt eingefügt hatte. In Wiederholds Gemälde verschmelzen Elemente von Futurismus, Orphismus, Art déco, russischer Folklore und Theater. Der als Ernst Walther Wiederhold geborene Künstler hatte 1924 ein Studium bei Cesar Klein in dessen Atelierklasse für dekorative Malerei und Bühnengestaltung an den Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst in Berlin begonnen. Bereits im Juli 1925 erhielt er eine Einzelausstellung in Herwarth Waldens Galerie Der Sturm. Stilistische Einflüsse für die „Bogenschützen“ dürften von im „Sturm“ vertretenen Künstlern ausgegangen sein, etwa von Robert Delaunay, Alexandra Exter, Michael Larionow oder der Werkstatt Hablik-Lindemann. Auch die theaterbezogenen Arbeiten von Léon Bakst, Fortunato Depero und Gino Severini hat Wiederhold vermutlich gekannt. Als durch den Nationalsozialismus die Verdienstmöglichkeiten für ihn entfielen, gab er sein künstlerisches Schaffen auf, ließ sich zum Buchhändler ausbilden und blieb auch nach dem Zweiten Weltkrieg bei diesem Beruf. | Dieter Scholz