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Rosenstillleben

Ident. Nr.: NG 67/81 (04)

ObjID: obj:962457

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Emil Rudolf Weiss (1875 - 1942),
Künstler*in
Datierung
1914
Weitere Titel
Sammlungstitel: Rosenstillleben
Übersetzung: Still Life with Roses
Provenienz
im Besitz des Künstlers,
391078
Nachlass/Vermächtnis: Renée Sintenis, Berlin,
1942–1965
Nachlass/Vermächtnis: Magdalena Goldmann, Berlin,
1965–1981
Material / Technik
Öl auf Leinwand
Abmessungen
Höhe x Breite: 50,5 x 38 cm
Erwerbung
1981 Vermächtnis Magdalena Goldmann, Berlin (West), aus dem Nachlass Renée Sintenis

Objektbeschreibung

Bevor er 1903 an die von Karl Ernst Osthaus gegründete Malschule des Folkwang-Museums in Hagen berufen wurde, hatte der spätere Maler, Grafiker und Typograf Weiß in Karlsruhe, Stuttgart und Paris Malerei studiert. Vier Jahre später, 1907, wechselte er als Lehrer für dekorative Wandgestaltung an die Unterrichtsanstalt des Kunstgewerbemuseums in Berlin (ab 1924 Vereinigte Staatsschulen für freie und angewandte Kunst), an der er 1910 zum Professor aufstieg. Daneben war Weiß zeit seines Lebens auch als Buchgestalter tätig. Er gilt als einer der wichtigsten Vertreter der modernen Buchillustration. Der Künstler selbst sah sich jedoch vor allem als Maler. 1931 schrieb er: „Ich bin zuerst einmal Maler und ich male alles: Menschen, nackte Figuren, Landschaften, Pferde, Stilleben; ich verachte die Spezialisten“ (Emil Rudolf Weiß, Weiss Schriften im schönen Buch, Frankfurt am Main 1931, o. S.). In der Tat findet man im Werk des 1875 geborenen Künstlers alle traditionellen Sujets wieder, wobei das Stillleben und das Blumenstück eindeutig dominieren. Insbesondere die frühen Stillleben, die seit 1907 entstanden (NG 67/81 [04], [05], [06] [08] und [10]), sind geprägt von einer klassischen Kompositionsweise mit impressionistisch lockerem, teils pastos hellem Farbauftrag, der Weiß’ Auseinandersetzung mit dem Werk von Paul Cézanne verdeutlicht. Ein Großteil der Arbeiten von Weiß gelangte Anfang der 1980er-Jahre aus dem Nachlass seiner Witwe, der Bildhauerin Renée Sintenis, in den Bestand der Nationalgalerie (West). | Maike Steinkamp

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Bogenschützen

Bogenschützen

Vier gespannte Bogen mit Pfeilen sind in dem nahezu abstrakt wirkenden Gemälde zu erkennen, auch die Körper der Bogenschützen und ihrer Pferde. Die Pfeile zielen auf ein Wildtier, das sich – offenbar schon getroffen, durchlöchert und blutend – auf dem Rücken wälzt. Wiederhold hat seine Bildidee in eine überbordende ornamentale Komposition übersetzt. Deren Farb- und Formfülle sowie das Motiv könnten ein ferner Reflex sein auf das 1909 entstandene „Bild mit Bogenschützen“ (The Museum of Modern Art, New York), das Wassily Kandinsky 1912 der Luxus- und Museumsausgabe des Almanachs „Der Blaue Reiter“ als handkolorierten Holzschnitt eingefügt hatte. In Wiederholds Gemälde verschmelzen Elemente von Futurismus, Orphismus, Art déco, russischer Folklore und Theater. Der als Ernst Walther Wiederhold geborene Künstler hatte 1924 ein Studium bei Cesar Klein in dessen Atelierklasse für dekorative Malerei und Bühnengestaltung an den Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst in Berlin begonnen. Bereits im Juli 1925 erhielt er eine Einzelausstellung in Herwarth Waldens Galerie Der Sturm. Stilistische Einflüsse für die „Bogenschützen“ dürften von im „Sturm“ vertretenen Künstlern ausgegangen sein, etwa von Robert Delaunay, Alexandra Exter, Michael Larionow oder der Werkstatt Hablik-Lindemann. Auch die theaterbezogenen Arbeiten von Léon Bakst, Fortunato Depero und Gino Severini hat Wiederhold vermutlich gekannt. Als durch den Nationalsozialismus die Verdienstmöglichkeiten für ihn entfielen, gab er sein künstlerisches Schaffen auf, ließ sich zum Buchhändler ausbilden und blieb auch nach dem Zweiten Weltkrieg bei diesem Beruf. | Dieter Scholz