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Insel

Ident. Nr.: A IV 446

ObjID: obj:962539

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Johanna Görke (1942 -),
Künstler*in
Datierung
1972
Weitere Titel
Sammlungstitel: Insel
Übersetzung: Island
Material / Technik
Öl auf Hartfaser
Abmessungen
Höhe x Breite: 53,5 x 72 cm
Erwerbung
1982 Ankauf von der Künstlerin, Woltersdorf

Objektbeschreibung

Blicken wir aus der Vogelperspektive auf Görkes „Insel“? Man könnte meinen, schemenhaft den Umriss einer runden Form in hellen Pinselstrichen zu erkennen. Oder handelt es sich bei den dynamisch miteinander interagierenden Flächen in gedeckten, oft mit Weiß gemischten Farbtönen um eine gänzlich abstrakte Darstellung? Jedenfalls entfernt sich die 1942 in Berlin geborene Malerin und Grafikerin, die in den 1960er-Jahren an der dortigen Kunsthochschule Weißensee studierte, mit ihrem expressiven Bild ästhetisch weit von dem Sozialistischen Realismus, der als Leitbild für das künstlerische Schaffen in der DDR dekretiert worden war. Nach dem Studium richtete sich die Malerin und Grafikerin ein Atelier in einer alten Möbel- und Sargtischlerei in Woltersdorf bei Berlin ein und war freischaffend tätig. Sie führte zahlreiche Aufträge im öffentlichen Raum aus. Wegen der Verbreitung eines Friedensappells der Evangelischen Kirche wurde sie 1982 von der Staatssicherheit verhaftet und reiste 1984 aus der DDR aus. Görke ließ sich in Blomberg bei Detmold nieder und kehrte 1996 nach Woltersdorf zurück, wo sie bis heute lebt und arbeitet. | Lisa Hackmann

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Bogenschützen

Bogenschützen

Vier gespannte Bogen mit Pfeilen sind in dem nahezu abstrakt wirkenden Gemälde zu erkennen, auch die Körper der Bogenschützen und ihrer Pferde. Die Pfeile zielen auf ein Wildtier, das sich – offenbar schon getroffen, durchlöchert und blutend – auf dem Rücken wälzt. Wiederhold hat seine Bildidee in eine überbordende ornamentale Komposition übersetzt. Deren Farb- und Formfülle sowie das Motiv könnten ein ferner Reflex sein auf das 1909 entstandene „Bild mit Bogenschützen“ (The Museum of Modern Art, New York), das Wassily Kandinsky 1912 der Luxus- und Museumsausgabe des Almanachs „Der Blaue Reiter“ als handkolorierten Holzschnitt eingefügt hatte. In Wiederholds Gemälde verschmelzen Elemente von Futurismus, Orphismus, Art déco, russischer Folklore und Theater. Der als Ernst Walther Wiederhold geborene Künstler hatte 1924 ein Studium bei Cesar Klein in dessen Atelierklasse für dekorative Malerei und Bühnengestaltung an den Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst in Berlin begonnen. Bereits im Juli 1925 erhielt er eine Einzelausstellung in Herwarth Waldens Galerie Der Sturm. Stilistische Einflüsse für die „Bogenschützen“ dürften von im „Sturm“ vertretenen Künstlern ausgegangen sein, etwa von Robert Delaunay, Alexandra Exter, Michael Larionow oder der Werkstatt Hablik-Lindemann. Auch die theaterbezogenen Arbeiten von Léon Bakst, Fortunato Depero und Gino Severini hat Wiederhold vermutlich gekannt. Als durch den Nationalsozialismus die Verdienstmöglichkeiten für ihn entfielen, gab er sein künstlerisches Schaffen auf, ließ sich zum Buchhändler ausbilden und blieb auch nach dem Zweiten Weltkrieg bei diesem Beruf. | Dieter Scholz