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Landhaus

Ident. Nr.: NG 67/81 (01)

ObjID: obj:962542

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Emil Rudolf Weiss (1875 - 1942),
Künstler*in
Datierung
1929
Provenienz
im Besitz des Künstlers,
391092
Nachlass/Vermächtnis: Renée Sintenis, Berlin,
1942–1965
Nachlass/Vermächtnis: Magdalena Goldmann, Berlin,
1965–1981
Material / Technik
Öl auf Leinwand
Abmessungen
Höhe x Breite: 72 x 91,5 cm
Erwerbung
1981 Vermächtnis Magdalena Goldmann, Berlin (West), aus dem Nachlass Renée Sintenis

Objektbeschreibung

Neben Stillleben, Genrebildern und Porträts schuf Weiss zeit seines Lebens auch Landschaftsdarstellungen. Die Motive stammten dabei vor allem aus seiner badischen Heimat. Regelmäßig fuhr er dafür seit den frühen 1920er-Jahren zu mehrwöchigen Malaufenthalten in den Schwarzwald, insbesondere nach Bernau. Die Verbundenheit zu der Region, in der er aufgewachsen war, drückte sich nicht zuletzt in seiner aktiven Mitgliedschaft in der Badischen Secession aus, zu deren Mitbegründern er 1927 gehörte. Auch das Gemälde „Landhaus“ (NG 67/81 [01]) ist während eines Aufenthaltes im Süden Deutschlands entstanden. Während Weiss’ Landschaften sonst zumeist menschenleer sind – wie das Bild „Föhren in den Bergen“ (NG 67/81 [02]) –, ist hier ein mit Leinwand, Staffelei und Malkasten ausgestatteter Mann zu sehen, der zum Naturstudium aufbricht. Möglicherweise hat sich der Künstler damit selbst dargestellt. Weiss war in seinen Studien weniger am Heroischen und Ursprünglichen der Natur interessiert als vielmehr an der vom Menschen bewohnten Kulturlandschaft. | Maike Steinkamp

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Bogenschützen

Bogenschützen

Vier gespannte Bogen mit Pfeilen sind in dem nahezu abstrakt wirkenden Gemälde zu erkennen, auch die Körper der Bogenschützen und ihrer Pferde. Die Pfeile zielen auf ein Wildtier, das sich – offenbar schon getroffen, durchlöchert und blutend – auf dem Rücken wälzt. Wiederhold hat seine Bildidee in eine überbordende ornamentale Komposition übersetzt. Deren Farb- und Formfülle sowie das Motiv könnten ein ferner Reflex sein auf das 1909 entstandene „Bild mit Bogenschützen“ (The Museum of Modern Art, New York), das Wassily Kandinsky 1912 der Luxus- und Museumsausgabe des Almanachs „Der Blaue Reiter“ als handkolorierten Holzschnitt eingefügt hatte. In Wiederholds Gemälde verschmelzen Elemente von Futurismus, Orphismus, Art déco, russischer Folklore und Theater. Der als Ernst Walther Wiederhold geborene Künstler hatte 1924 ein Studium bei Cesar Klein in dessen Atelierklasse für dekorative Malerei und Bühnengestaltung an den Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst in Berlin begonnen. Bereits im Juli 1925 erhielt er eine Einzelausstellung in Herwarth Waldens Galerie Der Sturm. Stilistische Einflüsse für die „Bogenschützen“ dürften von im „Sturm“ vertretenen Künstlern ausgegangen sein, etwa von Robert Delaunay, Alexandra Exter, Michael Larionow oder der Werkstatt Hablik-Lindemann. Auch die theaterbezogenen Arbeiten von Léon Bakst, Fortunato Depero und Gino Severini hat Wiederhold vermutlich gekannt. Als durch den Nationalsozialismus die Verdienstmöglichkeiten für ihn entfielen, gab er sein künstlerisches Schaffen auf, ließ sich zum Buchhändler ausbilden und blieb auch nach dem Zweiten Weltkrieg bei diesem Beruf. | Dieter Scholz