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Ohne Titel (Relief mit drehbarer Glasscheibe)

Ident. Nr.: B 851

ObjID: obj:962611

1966 erworben durch das Land Berlin
n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Kurt Schwitters (1887 - 1948),
Künstler*in
Datierung
Herstellung: 1930
Weitere Titel
Sammlungstitel: Ohne Titel (Relief mit drehbarer Glasscheibe)
Übersetzung: Untitled (Relief with Revolving Pane of Glass)
Provenienz
vom Künstler als Hochzeitsgabe verschenkt,
393254
Rückgabe an den Künstler durch die Beschenkten,
393255
Heinrich Evert, Berlin,
1930–1955
Nachlass/Vermächtnis: Gertrud Evert, Berlin,
1955–1966
Schenkung: Galerie des 20. Jahrhunderts, Berlin (West),
1966–1968
Material / Technik
Öl, Holz und Glas
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 24 x 18 x 5 cm
Erwerbung
1966 Schenkung aus der Sammlung Gertrud und Heinrich Evert, Berlin, für die Galerie des 20. Jahrhunderts (West)

Objektbeschreibung

Das Relief ist eine abstrakte Komposition aus geometrischen Grundformen, deren spannungsreiche Wirkung vor allem auf den starken Kontrasten der Materialien Holz und Glas beruht. Drei flache Leisten, zwei davon mit deutlicher Maserung, sind auf eine hell bemalte Fläche genagelt. Sie tragen eine grüne Glasplatte, die trotz ihrer Transparenz und Zerbrechlichkeit dem Werk Stabilität und Ruhe verleiht. Die vorderste Ebene bildet eine kreisrunde Glasscheibe, die auf einen quadratischen Klotz geschraubt ist. Sie ragt über den Bildträger hinaus, scheint zu schweben und tatsächlich beweglich zu sein. Dieser Eindruck verstärkt sich durch die diagonal gesetzte schwarze Leiste, die hinter der Drehscheibe Assoziationen an einen Hebel weckt. Sie schließt die dunkle Fläche rechts unten nach oben ab und bringt Dynamik in das fein austarierte Gleichgewicht der Komposition. Wie viele Materialbilder von Schwitters verleugnet auch dieses Werk in seiner rohen Körperlichkeit nicht seine handwerkliche Entstehung und die Gebrauchsspuren der meist vorgefundenen Materialien. Kennzeichnend für den Merzkünstler (vgl. „MERZ 1926,8“, B 849) ist die Kombination von Malerei und Gegenständen. Hier intensivieren die lichtdurchlässigen und zugleich reflektierenden Glasscheiben die räumliche Wirkung des Reliefs. Schwitters’ Selbstverständnis als moderner Künstler kommt in der Anekdote zum Ausdruck, nach der er sich mit dem Satz „Ich bin Maler, ich nagle meine Bilder“ vorgestellt haben soll (Raoul Hausmann, Kurt Schwitters wird MERZ, 1972, in: Karl Riha und Günter Kämpf [Hrsg.], Am Anfang war Dada, Gießen 1980, S. 63). | Isabel Schulz

Letzte Aktualisierung: 04.08.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Badende

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Die Statue scheint 1909 für einen mehrfigurigen Brunnen konzipiert worden zu sein, was den Titel „Badende“ erklärt. Um 1910 wurde jedoch nur eine einzelne Bronzefigur hergestellt, die an der Fassade eines 1910/1911 errichteten Miets- und Geschäftshauses in der Hardenbergstraße 1 in Berlin-Charlottenburg ihre Aufstellung fand. Der Eigentümer dieses „Haus am Knie“ genannten Gebäudes und damit auch der Figur war der Architekt und Immobilienunternehmer Arthur Vogdt. Die Fassade hatte der junge Bruno Taut entworfen. Die Statue stand auf einem hohen Sockel am Eingang des Hauses; ihre auffallende Drehung war auf diesen Standort abgestimmt. Wegen eines Schreibens des Bildhauers Richard Scheibe wurde die Figur früher auf 1904/1905 datiert; das trifft jedoch genauso wenig zu wie die Datierung um 1906 (Ethos und Pathos. Die Berliner Bildhauerschule 1786–1914, Ausst.-Kat. Skulpturengalerie der Staatlichen Museen Preußischer Kulturbesitz, Berlin, 1990, Nr. 124). Die Angabe „um 1910“ dagegen entspricht der Bauzeit des Hauses. Damals schuf Kolbe auch eine große Frauenstatue nach dem Modell der späteren Bildhauerin Renée Sintenis (Georg Kolbe, 1877–1947, Ausst.-Kat. Georg Kolbe Museum, Berlin, 1997, Abb. S. 27). Wegen der Proportionen, der aufgerichteten Haltung und des herben Gesichts dürfte die „Badende“ nach demselben Modell entstanden sein. Im Zweiten Weltkrieg wurde das „Haus am Knie“ zerstört. Die Statue gelangte in den Besitz von Kurt Reutti, der zahlreiche Kunstwerke aus Berliner Kriegsruinen rettete. 1957 war die Bronze eine der ersten Erwerbungen für die Nationalgalerie (West). | Ursel Berger