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Porträt Heinrich Ehmsen

Ident. Nr.: B III 258

ObjID: obj:962645

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Jenny Wiegmann Mucchi (1895 - 1969),
Künstler*in
Datierung
1963
Weitere Titel
Sammlungstitel: Porträt Heinrich Ehmsen
Übersetzung: Portrait of Heinrich Ehmsen
Provenienz
Nachlass/Vermächtnis: Prof. Gabriele Mucchi, Berlin,
wahrscheinlich 1969 - 1987
Material / Technik
Bronze
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 26 x 24 x 24 cm
Erwerbung
1987 Ankauf aus dem Nachlass der Künstlerin, Berlin (Ost)

Objektbeschreibung

Der Maler und Grafiker Heinrich Ehmsen (1886–1964) gehörte wie Arnold Zweig (B III 21) oder Paul Dessau zu den Künstlern und Intellektuellen in Ost-Berlin, die Wiegmann-Mucchi persönlich kannte und die, wie sie selbst, eine europäische Perspektive in die DDR einbrachten. Die Porträts entstanden nach Sitzungen in ihrem Berliner Atelier und zeichnen sich durch charakteristisch verknappte Formen aus, die eine Synthese aus Einfühlung und Abstraktion ergeben: „Aus diesen Köpfen schwindet zunehmend die idolhafte Distanz, welche frühere Porträts prägte. Das feste Charakterbild wird aufgebrochen durch die Widersprüche des Lebendigen und der Emotionen, die den Betrachter anrufen und einbeziehen.“ (Diether Schmidt, Eine strenge und gütige Menschlichkeit. Zur Gedächtnisausstellung für Jenny Mucchi-Wiegmann in der Nationalgalerie Berlin [Ost], in: Bildende Kunst, H. 12 [1970], S. 646) Augen, Nasen- und Mundpartie sind bei Ehmsen stark modelliert, während die hohe Stirn relativ glatt bleibt. Insgesamt ist die Oberfläche weniger spröde und akzentuiert gearbeitet als beispielsweise bei den algerischen Frauengestalten (B III 7, B III 124). | Angelika Weißbach

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Bogenschützen

Bogenschützen

Vier gespannte Bogen mit Pfeilen sind in dem nahezu abstrakt wirkenden Gemälde zu erkennen, auch die Körper der Bogenschützen und ihrer Pferde. Die Pfeile zielen auf ein Wildtier, das sich – offenbar schon getroffen, durchlöchert und blutend – auf dem Rücken wälzt. Wiederhold hat seine Bildidee in eine überbordende ornamentale Komposition übersetzt. Deren Farb- und Formfülle sowie das Motiv könnten ein ferner Reflex sein auf das 1909 entstandene „Bild mit Bogenschützen“ (The Museum of Modern Art, New York), das Wassily Kandinsky 1912 der Luxus- und Museumsausgabe des Almanachs „Der Blaue Reiter“ als handkolorierten Holzschnitt eingefügt hatte. In Wiederholds Gemälde verschmelzen Elemente von Futurismus, Orphismus, Art déco, russischer Folklore und Theater. Der als Ernst Walther Wiederhold geborene Künstler hatte 1924 ein Studium bei Cesar Klein in dessen Atelierklasse für dekorative Malerei und Bühnengestaltung an den Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst in Berlin begonnen. Bereits im Juli 1925 erhielt er eine Einzelausstellung in Herwarth Waldens Galerie Der Sturm. Stilistische Einflüsse für die „Bogenschützen“ dürften von im „Sturm“ vertretenen Künstlern ausgegangen sein, etwa von Robert Delaunay, Alexandra Exter, Michael Larionow oder der Werkstatt Hablik-Lindemann. Auch die theaterbezogenen Arbeiten von Léon Bakst, Fortunato Depero und Gino Severini hat Wiederhold vermutlich gekannt. Als durch den Nationalsozialismus die Verdienstmöglichkeiten für ihn entfielen, gab er sein künstlerisches Schaffen auf, ließ sich zum Buchhändler ausbilden und blieb auch nach dem Zweiten Weltkrieg bei diesem Beruf. | Dieter Scholz