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Flora

Ident. Nr.: B I 676

ObjID: obj:962647

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Richard Scheibe (1879 - 1964),
Künstler*in
Datierung
1943
Geografische Bezüge
Provenienz
im Besitz des Künstlers,
1948
Sichergestellt in Glienicke durch das Amt für Rückführungen beim Berliner Magistrat,
393103
Kauf: Magistrat von Groß-Berlin,
März 1948 - 1951
Material / Technik
Marmor
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 159 x 44 x 36 cm (inkl. Plinthe)
Erwerbung
1948 Ankauf vom Künstler für die Galerie des 20. Jahrhunderts. 1951 Schenkung des Magistrats von Groß-Berlin (Ost)

Objektbeschreibung

Das Gesamtwerk Scheibes umfasst etwas mehr als 500 vollplastische Arbeiten, die meisten davon in Bronze. Die Entscheidung für das Material Marmor ist für den Bildhauer eher ungewöhnlich, die Darstellung eines schlanken, feingegliederten Akts mit zurückgenommener Gestik und in sich gekehrtem Ausdruck dagegen nicht. Einige erhaltene Fotografien dokumentieren den Werkprozess der „Flora“ vom kleineren Tonmodell über das vergrößerte Gipsmodell bis hin zum fertigen Marmor (vgl. Herbert W. Keiser, Richard Scheibe, in: Die Kunst im Deutschen Reich, 8. Jg. [1944], Juni/Juli, Abb. S. 128). Für die endgültige Ausführung beauftragte Scheibe 1943 den in Berlin tätigen Steinmetz Josef Gobes. Aufgrund des Krieges scheint sich die Fertigstellung verzögert zu haben. Erst Ende 1944 vermerkte Scheibe in seinem Kassenbuch die Bezahlung von 2.000 Reichsmark an Gobes unter anderem für die Übertragung der „Flora“ in Marmor (Archiv Georg Kolbe Museum, Berlin, Nachlass Richard Scheibe, Kassenbuch III, R.Sch.930). Nach dem Ende des Krieges wurde die Figur außerhalb Berlins sichergestellt und der Nationalgalerie zur Verwahrung übergeben (Kurt Reutti, Liste der Bergungen, Typoskript, Berlin 1947-1951, Geheimes Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz, VI, HA, NL). Dort war sie zunächst in der Eingangshalle des Museums zu sehen, bevor die Ankaufskommission für die „Galerie des 20. Jahrhunderts“ (Ost) im März 1949 dem Erwerb der Skulptur offiziell zustimmte (Protokoll der Sitzung der Ankaufskommission, März 1949, Landesarchiv Berlin, C Rep. 120 / Nr. 2064). | Carolin Jahn

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Bogenschützen

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Vier gespannte Bogen mit Pfeilen sind in dem nahezu abstrakt wirkenden Gemälde zu erkennen, auch die Körper der Bogenschützen und ihrer Pferde. Die Pfeile zielen auf ein Wildtier, das sich – offenbar schon getroffen, durchlöchert und blutend – auf dem Rücken wälzt. Wiederhold hat seine Bildidee in eine überbordende ornamentale Komposition übersetzt. Deren Farb- und Formfülle sowie das Motiv könnten ein ferner Reflex sein auf das 1909 entstandene „Bild mit Bogenschützen“ (The Museum of Modern Art, New York), das Wassily Kandinsky 1912 der Luxus- und Museumsausgabe des Almanachs „Der Blaue Reiter“ als handkolorierten Holzschnitt eingefügt hatte. In Wiederholds Gemälde verschmelzen Elemente von Futurismus, Orphismus, Art déco, russischer Folklore und Theater. Der als Ernst Walther Wiederhold geborene Künstler hatte 1924 ein Studium bei Cesar Klein in dessen Atelierklasse für dekorative Malerei und Bühnengestaltung an den Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst in Berlin begonnen. Bereits im Juli 1925 erhielt er eine Einzelausstellung in Herwarth Waldens Galerie Der Sturm. Stilistische Einflüsse für die „Bogenschützen“ dürften von im „Sturm“ vertretenen Künstlern ausgegangen sein, etwa von Robert Delaunay, Alexandra Exter, Michael Larionow oder der Werkstatt Hablik-Lindemann. Auch die theaterbezogenen Arbeiten von Léon Bakst, Fortunato Depero und Gino Severini hat Wiederhold vermutlich gekannt. Als durch den Nationalsozialismus die Verdienstmöglichkeiten für ihn entfielen, gab er sein künstlerisches Schaffen auf, ließ sich zum Buchhändler ausbilden und blieb auch nach dem Zweiten Weltkrieg bei diesem Beruf. | Dieter Scholz