Details (Expert)
- Beteiligte
- Datierung
- 1964/1965
- Weitere Titel
- Sammlungstitel: Kopf der GelähmtenÜbersetzung: Head of a Paralytic
- Geografische Bezüge
- Material / Technik
- Bronze
- Abmessungen
- Höhe x Breite x Tiefe: 21,5 x 18,5 x 23 cm
- Erwerbung
- 1990 Ankauf vom Künstler, Berlin (Ost)
- Permalink
- https://id.smb.museum/object/962702
Objektbeschreibung
Die „Gelähmte“ war Försters Nachbarin. Der Kopf ist fast geometrisch dargestellt: Kinn, Kiefer- und Wangenknochen sind abgerundet, Kopf und Nacken ruhen direkt auf dem Untergrund. Rückblickend beschrieb Förster, was ihn an dieser Frau interessierte: „Es gibt ein natürliches, stilles Heldentum, das täglich von Abertausenden geleistet wird. Nehmen Sie die ‚Gelähmte‘, deren Bildnis ich machte, für sie war das Heizen ihres Ofens schwieriger, gefahrvoller als die Leistungen vieler bestaunter ‚Helden‘. Und das ist es, was mich besonders interessiert.“ (Förster im Gespräch mit Achim Roscher, in: Neue deutsche Literatur, Jg. 33, H. 6 [1985], S. 41) Doch die unrealistische Kopfform stieß in der DDR zur Zeit der Entstehung auf Ablehnung. Die Plastik wurde zum Jahresende 1990 von der Nationalgalerie (Ost) gekauft (die Wiedervereinigung der Staatlichen Museen zu Berlin erfolgte erst zum 1.1.1992). Der Künstler schrieb an die Institution: „Ich gestehe Ihnen ganz freimütig, daß ich in früheren Jahren schwerlich an so viele Nähe und Vertrauen zu meiner Arbeit durch Sie und Ihre Kollegen geglaubt hätte. Nehmen Sie das nicht als Undankbarkeit, sondern als ein Staunen, daß Sie so mutig für uns einstehen, es wäre doch wirklich leichter für Sie, uns fahren zu lassen und, wie soll ich sagen, uns einfach dem Gang der Geschichte zu übergeben. Vor der werden wir sowieso bestehen müssen.“ (Brief vom 7.12.1990, SMB-ZA, II A/NG 287). | Emily Joyce Evans
Letzte Aktualisierung: 30.07.2026
Kontakt
Einrichtung:
Neue Nationalgalerie
E-Mail:
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