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Tulpen

Ident. Nr.: B 520

ObjID: obj:962754

1961 erworben durch das Land Berlin
n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Ernst Schütte (1890 - 1951),
Künstler*in
Datierung
1919/1920
Weitere Titel
Sammlungstitel: Tulpen
Übersetzung: Tulips
Provenienz
Sammlung Mykolas Zilinskas, Berlin,
frühestens 1940 - 1962
Schenkung: Galerie des 20. Jahrhunderts, Berlin (West),
1962–1968
Material / Technik
Öl auf Leinwand
Abmessungen
Höhe x Breite: 45 x 30,5 cm
Erwerbung
1961 Schenkung aus der Sammlung Mykolas Zilinskas, Berlin für die Galerie des 20. Jahrhunderts (West)

Objektbeschreibung

Schütte – ein in Hannover geborener Maler, Zeichner, Illustrator, Architekt und Bühnenbildner – lebte bis 1951 in Berlin. 1925 durch Max Reinhardt entdeckt hatte er am Deutschen Theater in Berlin und an den Reinhardt-Bühnen in Wien und Salzburg gearbeitet, später, von 1945 bis 1951, leitete er die Klasse für Bühnenbildner an der Hochschule für die bildenden Künste in Berlin. 1920 war das Gemälde „Tulpen“ auf der Sommerausstellung der Freien Secession in Berlin zu sehen. Die abstrahierten Blumen wirken wie durch ein Kaleidoskop gesehen: Sie bestehen aus Farbflächen, deren Formen mal mehr, mal weniger die Blütenblätter der Tulpe imitieren. Sie sind über die gesamte Leinwand bis zu den Rändern hin verteilt. Das Bild gelangte frühestens 1940 in die Sammlung von Mykolas Zilinskas. Dieser war im Dezember 1940 vor der sowjetischen Okkupation Litauens nach Deutschland geflohen, hatte Mitglieder seiner Familie und Teile seines Vermögens verloren, konnte aber durch Verkäufe von Goldsachen und Brillanten 1940 Grundstücke erwerben. 1942/1943 studierte er Jura an der Friedrich-Wilhelms-Universität zu Berlin, übersiedelte 1945 nach Dänemark und verbrachte die Jahre 1946 bis 1948 mit weiteren Jurastudien an der Pariser Sorbonne. 1950 kehrte er nach West-Berlin zurück und begann eine erfolgreiche Unternehmertätigkeit. Zilinskas sammelte Kunst unterschiedlichster Gebiete, wobei ihm mehr an Rarität als an Qualität gelegen war. | Christina Thomson

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Bogenschützen

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Vier gespannte Bogen mit Pfeilen sind in dem nahezu abstrakt wirkenden Gemälde zu erkennen, auch die Körper der Bogenschützen und ihrer Pferde. Die Pfeile zielen auf ein Wildtier, das sich – offenbar schon getroffen, durchlöchert und blutend – auf dem Rücken wälzt. Wiederhold hat seine Bildidee in eine überbordende ornamentale Komposition übersetzt. Deren Farb- und Formfülle sowie das Motiv könnten ein ferner Reflex sein auf das 1909 entstandene „Bild mit Bogenschützen“ (The Museum of Modern Art, New York), das Wassily Kandinsky 1912 der Luxus- und Museumsausgabe des Almanachs „Der Blaue Reiter“ als handkolorierten Holzschnitt eingefügt hatte. In Wiederholds Gemälde verschmelzen Elemente von Futurismus, Orphismus, Art déco, russischer Folklore und Theater. Der als Ernst Walther Wiederhold geborene Künstler hatte 1924 ein Studium bei Cesar Klein in dessen Atelierklasse für dekorative Malerei und Bühnengestaltung an den Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst in Berlin begonnen. Bereits im Juli 1925 erhielt er eine Einzelausstellung in Herwarth Waldens Galerie Der Sturm. Stilistische Einflüsse für die „Bogenschützen“ dürften von im „Sturm“ vertretenen Künstlern ausgegangen sein, etwa von Robert Delaunay, Alexandra Exter, Michael Larionow oder der Werkstatt Hablik-Lindemann. Auch die theaterbezogenen Arbeiten von Léon Bakst, Fortunato Depero und Gino Severini hat Wiederhold vermutlich gekannt. Als durch den Nationalsozialismus die Verdienstmöglichkeiten für ihn entfielen, gab er sein künstlerisches Schaffen auf, ließ sich zum Buchhändler ausbilden und blieb auch nach dem Zweiten Weltkrieg bei diesem Beruf. | Dieter Scholz