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Sivi Krajolik

Ident. Nr.: B 1327

ObjID: obj:962808

1986 erworben durch das Land Berlin
n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Edo Murtić (1921 - 2005),
Künstler*in
Datierung
1980
Weitere Titel
Sammlungstitel: Sivi Krajolik
Lebendige Landschaft
Übersetzung: Vital Landscape
Material / Technik
Öl auf Leinwand
Abmessungen
Höhe x Breite: 95 x 130 cm
Erwerbung
1986 Ankauf vom Künstler, Zagreb, durch das Land Berlin aus Mitteln der Deutschen Klassenlotterie Berlin (West)

Objektbeschreibung

Murtić wurde an der Kunstakademie in Zagreb und an der privaten Kunstschule von Petar Dobrović in Belgrad zum Maler ausgebildet. Während des Zweiten Weltkrieges schloss er sich dem antifaschistischen Widerstand der Partisanen an. Er entwarf Plakate und Slogans, illustrierte Bulletins, Propagandaschriften und große Dekorationen für öffentliche Veranstaltungen. Im Jahr 1948 reiste er zum ersten Mal nach Nordamerika sowie nach Frankreich und Deutschland, wo er jeweils Pavillons für jugoslawische Ausstellungen entwarf. Nach seiner zweiten Reise in die Vereinigten Staaten entdeckte er die Malerei Jackson Pollocks und William de Koonings für sich entdeckt hatte, präsentierte 1953 in der Serbischen Gesellschaft der Künstler (ULUS) in Belgrad sowie 1954 in der Kroatischen Gesellschaft der Künstler (ULUH) in Zagreb 40 Gemälde in einer Einzelausstellung mit dem Titel „Amerikanische Erfahrung“ (Doživljaj Amerike). Die Ausstellung fiel zeitlich mit dem Tod Stalins zusammen, einem Ereignis, das einen Wendepunkt im Werk von Murtić sowie in der gesamten zeitgenössischen jugoslawischen und kroatischen Kunst markierte. Über die Ausstellung waren Kritiker und Öffentlichkeit geteilter Meinung: Die eine Seite lobte die Präsentation, die andere lehnte sie ab und warf dem Künstler vor, vom ideologischen Weg abgewichen zu sein. Ende der 1950er-Jahre nahm Murtić an den wichtigsten künstlerischen Großereignissen teil, wie dem jugoslawischen Pavillon auf der Biennale von Venedig 1958 und der „2. Documenta“ 1959. Die „Graue Landschaft“ gehört zur reifen Phase seines Werks in den frühen 1980er-Jahren, in der er seine Malerei mit der subjektiven Interpretation der mediterranen Landschaft auf Reisen entlang der Adriaküste erneuerte. | Svetlana Jevtovic Montua

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Bogenschützen

Bogenschützen

Vier gespannte Bogen mit Pfeilen sind in dem nahezu abstrakt wirkenden Gemälde zu erkennen, auch die Körper der Bogenschützen und ihrer Pferde. Die Pfeile zielen auf ein Wildtier, das sich – offenbar schon getroffen, durchlöchert und blutend – auf dem Rücken wälzt. Wiederhold hat seine Bildidee in eine überbordende ornamentale Komposition übersetzt. Deren Farb- und Formfülle sowie das Motiv könnten ein ferner Reflex sein auf das 1909 entstandene „Bild mit Bogenschützen“ (The Museum of Modern Art, New York), das Wassily Kandinsky 1912 der Luxus- und Museumsausgabe des Almanachs „Der Blaue Reiter“ als handkolorierten Holzschnitt eingefügt hatte. In Wiederholds Gemälde verschmelzen Elemente von Futurismus, Orphismus, Art déco, russischer Folklore und Theater. Der als Ernst Walther Wiederhold geborene Künstler hatte 1924 ein Studium bei Cesar Klein in dessen Atelierklasse für dekorative Malerei und Bühnengestaltung an den Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst in Berlin begonnen. Bereits im Juli 1925 erhielt er eine Einzelausstellung in Herwarth Waldens Galerie Der Sturm. Stilistische Einflüsse für die „Bogenschützen“ dürften von im „Sturm“ vertretenen Künstlern ausgegangen sein, etwa von Robert Delaunay, Alexandra Exter, Michael Larionow oder der Werkstatt Hablik-Lindemann. Auch die theaterbezogenen Arbeiten von Léon Bakst, Fortunato Depero und Gino Severini hat Wiederhold vermutlich gekannt. Als durch den Nationalsozialismus die Verdienstmöglichkeiten für ihn entfielen, gab er sein künstlerisches Schaffen auf, ließ sich zum Buchhändler ausbilden und blieb auch nach dem Zweiten Weltkrieg bei diesem Beruf. | Dieter Scholz