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Im Sumpf

Ident. Nr.: A IV 310

ObjID: obj:962815

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Otto Niemeyer-Holstein (1896 - 1984),
Künstler*in
Datierung
1947
Weitere Titel
Sammlungstitel: Im Sumpf
Übersetzung: In the Swamp
Material / Technik
Öl auf Hartfaser
Abmessungen
Höhe x Breite: 29,5 x 41 cm
Erwerbung
1974 Schenkung des Künstlers, Koserow/Usedom

Objektbeschreibung

1976, zum 80. Geburtstag des Künstlers, zeigte die Nationalgalerie (Ost) eine bedeutende Ausstellung seines Gesamtwerks, darunter eine große Gruppe bis dahin kaum beachteter Studien. Diese waren in der Kriegs- und unmittelbaren Nachkriegszeit entstanden und lagerten in einem Vorbau des Ateliers in Lüttenort bei Koserow auf Usedom. Für die Schau wurden 60 von ihnen mit Unterstützung des mit Niemeyer-Holstein befreundeten Malers und Restaurators Manfred Kastner gereinigt, ausgebessert und gerahmt. Dazu gehörte das Werk „Trauernde“ von 1947 (A IV 420). Wie dieses sind auch die meisten Landschaftsdarstellungen aus dieser Zeit melancholisch gestimmt, so das Bild „Im Sumpf“, das in gedämpfter Farbigkeit einen undefinierbaren Naturausschnitt zeigt: zerborstene Baumstämme, stakende Zweige und vereiste Wasserlachen. Man denkt an Kriegsschäden in der Landschaft, wie sie das bis an die Grundstücksgrenze reichende Sperrgebiet der Heeresversuchsanstalt Peenemünde zur Produktion der V-Waffen mit sich brachte. Die Sammlung des Atelierhauses bewahrt vergleichbare Arbeiten von 1945, etwa „Gestürzter Baum“ (WVZ Soldner/Soldner 1995/2003, Nr. 0213), die Darstellung einer dicht am Haus von einer Mine zerstörten Weide. Mitunter war der Künstler selbst von der Qualität der neu hergerichteten Arbeiten überrascht. Das Bild „Im Sumpf“ überließ er der Nationalgalerie im Vorfeld der Ausstellung als Schenkung. | Angelika Wesenberg

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Bogenschützen

Bogenschützen

Vier gespannte Bogen mit Pfeilen sind in dem nahezu abstrakt wirkenden Gemälde zu erkennen, auch die Körper der Bogenschützen und ihrer Pferde. Die Pfeile zielen auf ein Wildtier, das sich – offenbar schon getroffen, durchlöchert und blutend – auf dem Rücken wälzt. Wiederhold hat seine Bildidee in eine überbordende ornamentale Komposition übersetzt. Deren Farb- und Formfülle sowie das Motiv könnten ein ferner Reflex sein auf das 1909 entstandene „Bild mit Bogenschützen“ (The Museum of Modern Art, New York), das Wassily Kandinsky 1912 der Luxus- und Museumsausgabe des Almanachs „Der Blaue Reiter“ als handkolorierten Holzschnitt eingefügt hatte. In Wiederholds Gemälde verschmelzen Elemente von Futurismus, Orphismus, Art déco, russischer Folklore und Theater. Der als Ernst Walther Wiederhold geborene Künstler hatte 1924 ein Studium bei Cesar Klein in dessen Atelierklasse für dekorative Malerei und Bühnengestaltung an den Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst in Berlin begonnen. Bereits im Juli 1925 erhielt er eine Einzelausstellung in Herwarth Waldens Galerie Der Sturm. Stilistische Einflüsse für die „Bogenschützen“ dürften von im „Sturm“ vertretenen Künstlern ausgegangen sein, etwa von Robert Delaunay, Alexandra Exter, Michael Larionow oder der Werkstatt Hablik-Lindemann. Auch die theaterbezogenen Arbeiten von Léon Bakst, Fortunato Depero und Gino Severini hat Wiederhold vermutlich gekannt. Als durch den Nationalsozialismus die Verdienstmöglichkeiten für ihn entfielen, gab er sein künstlerisches Schaffen auf, ließ sich zum Buchhändler ausbilden und blieb auch nach dem Zweiten Weltkrieg bei diesem Beruf. | Dieter Scholz