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Farbraumkörper (ohne Titel)

Ident. Nr.: FNG 22/82

ObjID: obj:962819

Schenkung des Künstlers an die Freunde der Nationalgalerie
n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Gotthard Graubner (1930 - 2013),
Künstler*in
Datierung
1980/1981
Weitere Titel
Sammlungstitel: Farbraumkörper (ohne Titel)
Übersetzung: Colour-Space-Field (Untitled)
Abmessungen
Höhe x Breite: 204 x 134 cm
Erwerbung
1982 Schenkung des Künstlers an die Freunde der Nationalgalerie (Hommage à Barnett Newman)

Objektbeschreibung

Graubner beschäftigte sich seit bereits fast zwanzig Jahren mit seinen dreidimensionalen Farbbildern, als er den hochformatigen, roten „Farbraumkörper“ schuf. Anfang der 1960er-Jahre hatte er die Technik entwickelt, die diesen Werken – damals noch „Farbleiber“, später „Kissenbilder“ genannt – zugrunde liegt. Dabei überspannte er Schaumstoff oder Synthetikwatte mit verschiedenen Stoffen, darunter Nessel, Leinwand und Perlon, und bearbeitete die somit stark absorbierende Oberfläche anschließend mit zahlreichen Farbschichten. Sein Verfahren war neuartig und wurde als radikale Erweiterung der Malerei wahrgenommen. Graubners zentrales Anliegen war es, die Farbe als eigenständiges Medium zu erforschen und von narrativen oder symbolischen Bedeutungen zu lösen. Zwar wirken die „Farbraumkörper“ auf den ersten Blick monochrom, sie bestehen jedoch meist aus mehreren Tönen, die je nach Lichteinfall sichtbar werden. Die weichen, voluminösen Formen laden dazu ein, Farbe nicht nur visuell, sondern auch sinnlich und möglicherweise sogar spirituell zu erleben. Seine emotional aufgeladenen Farbflächen, die häufig mit der Malerei Mark Rothkos verglichen werden, scheinen zu atmen, zu pulsieren und verändern je nach Lichtverhältnissen und Betrachtungsperspektive ihre Wirkung. | Catherine Nichols

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Bogenschützen

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Vier gespannte Bogen mit Pfeilen sind in dem nahezu abstrakt wirkenden Gemälde zu erkennen, auch die Körper der Bogenschützen und ihrer Pferde. Die Pfeile zielen auf ein Wildtier, das sich – offenbar schon getroffen, durchlöchert und blutend – auf dem Rücken wälzt. Wiederhold hat seine Bildidee in eine überbordende ornamentale Komposition übersetzt. Deren Farb- und Formfülle sowie das Motiv könnten ein ferner Reflex sein auf das 1909 entstandene „Bild mit Bogenschützen“ (The Museum of Modern Art, New York), das Wassily Kandinsky 1912 der Luxus- und Museumsausgabe des Almanachs „Der Blaue Reiter“ als handkolorierten Holzschnitt eingefügt hatte. In Wiederholds Gemälde verschmelzen Elemente von Futurismus, Orphismus, Art déco, russischer Folklore und Theater. Der als Ernst Walther Wiederhold geborene Künstler hatte 1924 ein Studium bei Cesar Klein in dessen Atelierklasse für dekorative Malerei und Bühnengestaltung an den Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst in Berlin begonnen. Bereits im Juli 1925 erhielt er eine Einzelausstellung in Herwarth Waldens Galerie Der Sturm. Stilistische Einflüsse für die „Bogenschützen“ dürften von im „Sturm“ vertretenen Künstlern ausgegangen sein, etwa von Robert Delaunay, Alexandra Exter, Michael Larionow oder der Werkstatt Hablik-Lindemann. Auch die theaterbezogenen Arbeiten von Léon Bakst, Fortunato Depero und Gino Severini hat Wiederhold vermutlich gekannt. Als durch den Nationalsozialismus die Verdienstmöglichkeiten für ihn entfielen, gab er sein künstlerisches Schaffen auf, ließ sich zum Buchhändler ausbilden und blieb auch nach dem Zweiten Weltkrieg bei diesem Beruf. | Dieter Scholz