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Stahlblatt Nr. 5

Ident. Nr.: B 1322

ObjID: obj:962841

1986 erworben durch das Land Berlin
n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Alf Lechner (1925 - 2017),
Künstler*in
Datierung
1986
Weitere Titel
Sammlungstitel: Stahlblatt Nr. 5
Übersetzung: Steel Sheet No. 5
Material / Technik
Stahl
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 28 x 300 x 725 cm
Erwerbung
1986 Ankauf vom Künstler, Geretsried, durch das Land Berlin aus Mitteln der Stiftung Deutsche Klassenlotterie Berlin (West)

Objektbeschreibung

In der Serie von 1986 fokussiert Lechner bildhauerisch die Themen Flächenteilung und Flächenäquivalenz. Für „Stahlblatt Nr. 5“ schnitt er eine 9 Zentimeter dicke, quadratische Walzstahlplatte mit einem Radius von 32 Metern in zwei gleichgroße Segmente. Eine dazugehörige Konstruktionszeichnung belegt die gleichzeitige Biegung der Flächensegmente im gleichen Radius der Schnittteilung (Dieter Honisch, Alf Lechner. Skulpturen Werkverzeichnis 1957–1990, Nr. 1–467, Nürnberg 1990, Abb. S. 180). Die durch Teilung und Wölbung entstandene Dynamik fordert die Betrachter*innen dazu heraus, die beiden konkav bzw. konvex aufeinandertreffenden Formteile miteinander in Beziehung zu setzen, Flächengleichheiten trotz Formvarianten aufzuspüren und über Massenäquivalenzen nachzudenken. Frei von allen inhaltlichen Assoziationen widmete sich Lechner als Bildhauer rein formalen Problemstellungen, die er in zahlreichen Varianten bearbeitete: „Meine Skulpturen stellen keine Bilder oder Symbole dar. Ich bewundere die Kraft der Materie und nutze die Gesetze der Natur.“ (Alf Lechner, in: Daniel McLaughlin [Hrsg.], Alf Lechner – Skulpturenpark, Göttingen 2020, S. 21) Den minimalistischen Flächenteilungen Lechners gehen Experimente seiner Bildhauerkollegen James Reineking, Wolfgang Nestler oder Hansjerg Maier-Aichen voraus. | Yvette Deseyve

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Bogenschützen

Bogenschützen

Vier gespannte Bogen mit Pfeilen sind in dem nahezu abstrakt wirkenden Gemälde zu erkennen, auch die Körper der Bogenschützen und ihrer Pferde. Die Pfeile zielen auf ein Wildtier, das sich – offenbar schon getroffen, durchlöchert und blutend – auf dem Rücken wälzt. Wiederhold hat seine Bildidee in eine überbordende ornamentale Komposition übersetzt. Deren Farb- und Formfülle sowie das Motiv könnten ein ferner Reflex sein auf das 1909 entstandene „Bild mit Bogenschützen“ (The Museum of Modern Art, New York), das Wassily Kandinsky 1912 der Luxus- und Museumsausgabe des Almanachs „Der Blaue Reiter“ als handkolorierten Holzschnitt eingefügt hatte. In Wiederholds Gemälde verschmelzen Elemente von Futurismus, Orphismus, Art déco, russischer Folklore und Theater. Der als Ernst Walther Wiederhold geborene Künstler hatte 1924 ein Studium bei Cesar Klein in dessen Atelierklasse für dekorative Malerei und Bühnengestaltung an den Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst in Berlin begonnen. Bereits im Juli 1925 erhielt er eine Einzelausstellung in Herwarth Waldens Galerie Der Sturm. Stilistische Einflüsse für die „Bogenschützen“ dürften von im „Sturm“ vertretenen Künstlern ausgegangen sein, etwa von Robert Delaunay, Alexandra Exter, Michael Larionow oder der Werkstatt Hablik-Lindemann. Auch die theaterbezogenen Arbeiten von Léon Bakst, Fortunato Depero und Gino Severini hat Wiederhold vermutlich gekannt. Als durch den Nationalsozialismus die Verdienstmöglichkeiten für ihn entfielen, gab er sein künstlerisches Schaffen auf, ließ sich zum Buchhändler ausbilden und blieb auch nach dem Zweiten Weltkrieg bei diesem Beruf. | Dieter Scholz