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Bettlerin

Ident. Nr.: B III 196

ObjID: obj:962842

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Lucie Prussog (1900 - 1990),
Künstler*in
Datierung
Herstellung: 1930
Weitere Titel
Sammlungstitel: Bettlerin
Übersetzung: Beggar Woman
Provenienz
im Besitz der Künstlerin,
1980
Material / Technik
Kunststein
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 55 x 40 x 33 cm
Erwerbung
1980 Ankauf vom Sohn der Künstlerin, Dresden

Objektbeschreibung

Eine ältere Frau sitzt auf einem Stein. Sie trägt einen langen Rock, ein dickes Tuch bedeckt Kopf und Oberkörper, sodass nur ihr Gesicht, die Fußspitzen und eine Hand zu sehen sind. Das Tuch scheint sich weich an ihren Körper anzuschmiegen. Dadurch wirkt die Figur kompakt. Zugleich ist sie stark abstrahiert und vollkommen entindividualisiert, denn die organischen Rundformen lassen kaum Details erkennen. Die rechte Hand ist zu einer Schale geformt, die das Geld der Passanten auffangen soll. Mit ihrer Linken hält die Frau offenbar von innen das Tuch am Hals zusammen, um die Kälte auszuschließen. Ihre Haltung ist gebückt, der Blick geht gen Boden: Gesten des In-sich-Gekehrtseins, die ihre Einsamkeit hervorheben. Das Einhüllen ihrer Figuren in lange Gewänder, die wenig detailreiche bildhauerische Ausarbeitung sowie die Beschäftigung mit sozialkritischen Themen lassen an die Skulpturen Ernst Barlachs oder Käthe Kollwitz’ denken. Darstellungen von armen, arbeitenden Menschen sind für ihr Werk charakteristisch. Die, denen sonst gesellschaftlich keine Aufmerksamkeit geschenkt wird, hat Prussog durch das enorme Volumen ihrer Skulpturen in den Vordergrund gerückt und ihnen Monumentalität verliehen. | Anja Pawel

Letzte Aktualisierung: 04.08.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Ohne Titel 1-6 (Die Apokalypse)

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Der gebürtige Brite Hayter war nach einem Studium der Chemie und Geologie 1926 nach Paris gegangen, um an der Académie Julian Kunst zu studieren. Er wandte sich nun vor allem der Druckgrafik zu. Bereits 1927 führte er ein privates Atelier für experimentelle Grafik, das ab 1931 als „Atelier 17“ bekannt wurde. Es war bald ein kreativer Ort der Lehre und des Gedankenaustauschs für Künstler wie Yves Tanguy, André Masson, Joan Miró, Wassily Kandinsky, Roberto Matta und Hans Arp. Anfang der 1930er-Jahre löste sich Hayter von seinen figurativen Anfängen und baute mehr und mehr abstrakte, organische Formen in seine Grafiken ein, die seine Nähe zu den Surrealisten bezeugen. Zu den frühesten Arbeiten, die diesen Wechsel dokumentieren, gehört die sechsteilige Radierserie „Apokalypse“. Die auf den ersten Blättern noch dominanten figurativen Elemente – ein Mann, dessen Herz offen in seiner Brust schlägt; eine Gruppe von Pferden oder ein brennendes Haus, das von tiefen Rissen umgeben ist – werden von amorphen Linien- und Flächengebilden überlagert, die in den letzten drei Blättern überhandnehmen und den apokalyptischen Prozess der Auflösung unterstreichen. Erst als die Veröffentlichung der Radierungen, begleitet von Versen des surrealistischen Dichters Georges Hugnet, in der Pariser Édition Jeanne Bucher 1932 bevorstand, wurde deren Reihenfolge festgelegt. Seine künstlerische Expertise nahm Hayter 1940 mit nach New York, wo er ein neues Atelier eröffnete, das bald zum Anlaufpunkt von Künstlern wie William Baziotes, Robert Motherwell, Jackson Pollock, Willem de Kooning, Mark Rothko und Adolph Gottlieb wurde. | Maike Steinkamp