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Der Wiener Baumeister Adolf Loos

Ident. Nr.: A II 448

ObjID: obj:962844

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Oskar Kokoschka (1886 - 1980),
Künstler*in
Datierung
1909
Weitere Titel
Sammlungstitel: Der Wiener Baumeister Adolf Loos
Übersetzung: The Austrian Architect Adolf Loos
Provenienz
Sammlung Adolf Loos, Wien,
1925
Kommission: Neue Galerie, Otto Kallir-Nirenstein, Wien,
8.1.1925
Material / Technik
Öl auf Leinwand
Abmessungen
Höhe x Breite: 74 x 91 cm
Erwerbung
1925 Ankauf von der Galerie Ernst Arnold, Dresden

Objektbeschreibung

Der Architekt Adolf Loos (1870–1933) wurde international bekannt insbesondere durch seine Programmschrift „Ornament und Verbrechen“ (1908), in der er gegen die „unökonomischen“ Verzierungen in der Baukunst des Historismus und des Jugendstils polemisierte und für Funktionalität und Materialbewusstsein eintrat. Loos hatte Kokoschka auf der ersten „Kunstschau Wien 1908“ kennengelernt und vermittelte dem jungen Künstler bis 1912 wichtige Porträtaufträge von Bauherren, Intellektuellen und Wissenschaftlern, darunter Karl Kraus, Peter Altenberg, Hans Tietze und Auguste Forel. Außerdem veranlasste er den Maler, die Kunstgewerbeschule zu verlassen, die Loos der „konservativen“ Sphäre des „Gefallens“ zuordnete, und sich stattdessen ganz der freien, „revolutionären“ Kunst zuzuwenden, die „nicht gefallen“ dürfe (Adolf Loos, Ueber Architektur, in: Der Sturm, 1. Jg. [1910/1911], H. 42, S. 334). Im Porträt von Adolf Loos zeigt sich exemplarisch, wie Kokoschka dieses Ethos der Wahrhaftigkeit nicht im Sinne einer objektivistischen, fotografischen Positivität verstand, sondern – gerechtfertigt durch eine außergewöhnliche psychische Sensibilität – in Richtung eines subjektiv empfundenen, aber auch bewusst gewählten und im Kunstwerk „leibhaftig geformten“ „Gesichts“. 1912 prägte er für diese Konzeption einer wesenhaften Vision die Formel vom „Bewußtsein der Gesichte“ (Oskar Kokoschka, Das schriftliche Werk, Hamburg 1975, Band III, S. 9). Die glühende Intensität des inneren Ausdrucks speist sich dabei geradezu aus dem Konflikt mit dem äußeren, gesellschaftlich gebundenen Dekorum der dargestellten Person. | Oliver Seifert

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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