Arbeiterstudie I
Ident. Nr.: A IV 33
ObjID: obj:963018
n/a
Kontakt
Einrichtung:
Neue Nationalgalerie
E-Mail:
nng@smb.spk-berlin.deDetails (Expert)
- Beteiligte
- Datierung
- 1952
- Weitere Titel
- Sammlungstitel: Arbeiterstudie IÜbersetzung: Sketch of a Worker
- Provenienz
- im Besitz des Künstlers,
1952–1953Nachlass/Vermächtnis: Marianne Bruse, Berlin (Ost),
1953 - 1964 - Material / Technik
- Öl auf Pappe
- Abmessungen
- Höhe x Breite: 36 x 30 cm
- Permalink
- https://id.smb.museum/object/963018
Objektbeschreibung
Bruse schuf zahlreiche Arbeiterporträts, wie dieses zeigen viele davon zeigen einen Menschen mit entschiedenem Blick im klassischen Dreiviertelprofil. Solche Porträts bilden eine Werkgruppe, die Bruse 1943–1945 während seiner zweiten Inhaftierung, aus politischen Gründen, begann und der er sich nach seiner Freilassung verstärkt widmete. Er lebte in der DDR, wo das Arbeiterporträt eine zentrale Kategorie der bildenden Kunst war. Während Bruse für andere Arbeiten, wie zum Beispiel „Ecce Homo“ (A IV 32), im Zusammenhang mit der sogenannten Formalismusdebatte (1948–1953) öffentlich kritisiert wurde und sich schließlich vom eigenen früheren Werk distanzierte, entsprach das Arbeiterporträt den Forderungen des Sozialistischen Realismus: In einer wirklichkeitsgetreuen Formensprache sollte die Kunst ein zukunftsorientiertes, sozialistisches Weltbild propagieren. In seiner öffentlichen Selbstkritik bestätigte Bruse die ihm zur Last gelegte Rückwärtsgewandtheit von „Ecce homo“ und weiteren Bildern in dem Bewusstsein, dass er sich stattdessen dem neuen Menschen und dem Aufbau des Sozialismus widmen solle (Formalismus – Feind der Kunst!, in: Bildende Kunst, 1. Jg. [1953], H. 2, S. 58–62). Nach Bruses Tod wurden „Ecce homo“ und andere Werke neben den Arbeiterporträts wieder ausgestellt. So bewegten sich seine Gemälde und ihre Rezeption zwischen Antifaschismus, sozialistischem Aufbruch und der stilistischen Diskussion um den Realismus. | Emily Joyce Evans
Letzte Aktualisierung: 19.12.2025
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