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Mädchenkopf

Ident. Nr.: B 436

ObjID: obj:963044

1954 erworben durch das Land Berlin
n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Bernhard Hoetger (1874 - 1949),
Künstler*in
Datierung
1924
Weitere Titel
Sammlungstitel: Mädchenkopf
Übersetzung: Head of a Girl
Provenienz
Helene (Lee) Hoetger, Berlin,
1954
Schenkung: Galerie des 20. Jahrhunderts, Berlin (West),
1954–1968
Material / Technik
Bronze
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 38 x 33 x 31 cm
Erwerbung
1954 Schenkung von der Witwe des Künstlers, Helene (Lee) Hoetger, für die Galerie des 20. Jahrhunderts (West)

Objektbeschreibung

Nur im Ansatz lässt der überlebensgroße Kopf eines jungen Mädchens aus Bronze einen Hals erkennen, sodass er ohne Sockel nahezu mit dem Grund verschmilzt. Die halb geöffneten mandelförmigen Augen treten stark hervor, die Nase ist schmal und bildet eine kerzengerade Linie, die dünnen Lippen sind geschlossen. Durch die kaum sichtbaren Augenbrauen wirkt die bereits überdimensionale Stirn noch dominanter. Den Kopf rahmen zwei Zöpfe, die bis über die Ohren hängen, vielleicht trägt das Mädchen auch ein Kopftuch. Sein Gesichtsausdruck zeugt von Ruhe und Kontemplation. Die stark stilisierte Büste, die keine konkrete Person wiedergibt, entstand in Worpswede. Bereits 1906 hatte Hoetger die dort länger lebende Paula Modersohn-Becker in Paris getroffen und sich von ihrer Kunst beeindruckt gezeigt. Nach ihrem Tod 1907 schuf er einige Arbeiten im Gedenken an sie. 1926/1927 baute er das Paula Modersohn-Becker Museum in Bremen, ein expressionistisches Gebäude mit roter Backsteinfassade, für das er zahlreiche Bauplastiken anfertigte. Zu ihnen gehörte auch ein Exemplar des „Mädchenkopfs“, das auf halber Höhe den Treppenaufgang des Vestibüls ziert und mit seiner Überdimensionalität des Kopfes für eine Anbringung in größerer Höhe in Betracht kam. Um Blickkontakt aufzunehmen, müssen die Betrachter:innen zu ihm heraufschauen. 1954 schenkte die Ehefrau des Künstlers, Helene (Lee) Hoetger, einen Abguss des Kopfes der „Galerie des 20. Jahrhunderts“ in West-Berlin. | Anja Pawel

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Vier gespannte Bogen mit Pfeilen sind in dem nahezu abstrakt wirkenden Gemälde zu erkennen, auch die Körper der Bogenschützen und ihrer Pferde. Die Pfeile zielen auf ein Wildtier, das sich – offenbar schon getroffen, durchlöchert und blutend – auf dem Rücken wälzt. Wiederhold hat seine Bildidee in eine überbordende ornamentale Komposition übersetzt. Deren Farb- und Formfülle sowie das Motiv könnten ein ferner Reflex sein auf das 1909 entstandene „Bild mit Bogenschützen“ (The Museum of Modern Art, New York), das Wassily Kandinsky 1912 der Luxus- und Museumsausgabe des Almanachs „Der Blaue Reiter“ als handkolorierten Holzschnitt eingefügt hatte. In Wiederholds Gemälde verschmelzen Elemente von Futurismus, Orphismus, Art déco, russischer Folklore und Theater. Der als Ernst Walther Wiederhold geborene Künstler hatte 1924 ein Studium bei Cesar Klein in dessen Atelierklasse für dekorative Malerei und Bühnengestaltung an den Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst in Berlin begonnen. Bereits im Juli 1925 erhielt er eine Einzelausstellung in Herwarth Waldens Galerie Der Sturm. Stilistische Einflüsse für die „Bogenschützen“ dürften von im „Sturm“ vertretenen Künstlern ausgegangen sein, etwa von Robert Delaunay, Alexandra Exter, Michael Larionow oder der Werkstatt Hablik-Lindemann. Auch die theaterbezogenen Arbeiten von Léon Bakst, Fortunato Depero und Gino Severini hat Wiederhold vermutlich gekannt. Als durch den Nationalsozialismus die Verdienstmöglichkeiten für ihn entfielen, gab er sein künstlerisches Schaffen auf, ließ sich zum Buchhändler ausbilden und blieb auch nach dem Zweiten Weltkrieg bei diesem Beruf. | Dieter Scholz