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Bahnlinie

Ident. Nr.: A II 728

ObjID: obj:963050

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Reinhold Nägele (1884 - 1972),
Künstler*in
Datierung
1922
Weitere Titel
Sammlungstitel: Bahnlinie
Übersetzung: Railway Line
Material / Technik
Tempera auf Holz
Abmessungen
Höhe x Breite: 55,5 x 36 cm
Erwerbung
1931 Ankauf von Hans Herrmann, Obertürkheim am Neckar

Objektbeschreibung

Neben seiner Arbeit als Dekorations- und Kirchenmaler, von 1905 bis 1909 auch in Berlin, schuf Nägele kleinformatige Gemälde, die das Eindringen der modernen Technik in das Kleinstadtleben seiner schwäbischen Heimat festhalten. Ohne jemals pedantisch zu wirken, hat er mit feinem Pinselstrich das filigrane Netzwerk wiedergegeben, das sich aus den Lineamenten nächtlich erleuchteter Straßen, von Häuserfassaden oder Schienen entfaltet. Bahnlinien und -übergänge mit ihren die Landschaft durchziehenden Gleisen und Oberleitungen, ihren zeichenhaften Signalen und Brücken waren ein beliebtes Motiv der neusachlichen Malerei der 1920er- und beginnenden 1930er-Jahre (vgl. die Gemälde „Bahnübergang“ von Georg Schrimpf und Bernhard Klein, A IV 408 und NG 10/63). Meist einsam gelegen führen sie eindrücklich die Ausbreitung einer vom Menschen geschaffenen Technik vor Augen, deren regelhafte Muster auch ohne dessen Anwesenheit bestehen. | Kyllikki Zacharias

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Bogenschützen

Bogenschützen

Vier gespannte Bogen mit Pfeilen sind in dem nahezu abstrakt wirkenden Gemälde zu erkennen, auch die Körper der Bogenschützen und ihrer Pferde. Die Pfeile zielen auf ein Wildtier, das sich – offenbar schon getroffen, durchlöchert und blutend – auf dem Rücken wälzt. Wiederhold hat seine Bildidee in eine überbordende ornamentale Komposition übersetzt. Deren Farb- und Formfülle sowie das Motiv könnten ein ferner Reflex sein auf das 1909 entstandene „Bild mit Bogenschützen“ (The Museum of Modern Art, New York), das Wassily Kandinsky 1912 der Luxus- und Museumsausgabe des Almanachs „Der Blaue Reiter“ als handkolorierten Holzschnitt eingefügt hatte. In Wiederholds Gemälde verschmelzen Elemente von Futurismus, Orphismus, Art déco, russischer Folklore und Theater. Der als Ernst Walther Wiederhold geborene Künstler hatte 1924 ein Studium bei Cesar Klein in dessen Atelierklasse für dekorative Malerei und Bühnengestaltung an den Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst in Berlin begonnen. Bereits im Juli 1925 erhielt er eine Einzelausstellung in Herwarth Waldens Galerie Der Sturm. Stilistische Einflüsse für die „Bogenschützen“ dürften von im „Sturm“ vertretenen Künstlern ausgegangen sein, etwa von Robert Delaunay, Alexandra Exter, Michael Larionow oder der Werkstatt Hablik-Lindemann. Auch die theaterbezogenen Arbeiten von Léon Bakst, Fortunato Depero und Gino Severini hat Wiederhold vermutlich gekannt. Als durch den Nationalsozialismus die Verdienstmöglichkeiten für ihn entfielen, gab er sein künstlerisches Schaffen auf, ließ sich zum Buchhändler ausbilden und blieb auch nach dem Zweiten Weltkrieg bei diesem Beruf. | Dieter Scholz