Verkündigung
Ident. Nr.: A I 895
ObjID: obj:963078
Kontakt
Einrichtung:
Alte Nationalgalerie
E-Mail:
n/a
Details (Expert)
- Beteiligte
- Datierung
- 1820
- Provenienz
- Kauf: Domdechant Immanuel Christian Leberecht von Ampach, Wurzen (in Auftrag gegeben 1819),
1820–1821Schenkung: Domkapitel zu Wurzen,
1821 - vermutlich 1905 - Material / Technik
- Öl auf Leinwand
- Abmessungen
- Höhe x Breite: 120 x 92 cm
- Erwerbung
- 1905 Ankauf vom Domkapitel zu Wurzen aus der Großen Kunstausstellung, Dresden
- Permalink
- https://id.smb.museum/object/963078
Objektbeschreibung
Der Naumburger Domherr Christian Leberecht von Ampach bestellte 1819 in Rom bei verschiedenen nazarenischen Malern eine Reihe von Bildern, unter anderem bei Julius Schnorr von Carolsfeld eine »Verkündigung«. Der Sohn des Leipziger Historienmalers Veit Hans Schnorr von Carolsfeld war ein Jahr zuvor in Rom eingetroffen und dort der Lukasbruderschaft beigetreten. Mit der »Verkündigung« schuf Schnorr eines seiner wenigen Andachtsbilder.
Die Darstellung des Erzengels Gabriel mit der Lilie als Symbol der Jungfräulichkeit, der göttliche Lichtstrahl mit der Taube des Heiligen Geistes und die auf einer Bank sitzende Maria mit einem Buch in der Hand sind der traditionellen christlichen Ikonographie verpflichtet. Zwei romanische Arkadenbögen geben den Blick frei auf eine idealisierte Landschaft, in deren Ferne – wohl als Hinweis auf die Begründung der christlichen Kirche als Institution – die Kuppel von Sankt Peter zu sehen ist. Im Vordergrund fließt der Tiber, am Horizont zeichnet sich der Monte Soratte ab. Den vorderen Rundbogen zieren stilisierte Lilien- und Wappenmedaillons, das obere wiederholt die Verkündigungsszene. In der beseelten Auffassung der Maria wird Schnorr von Carolsfelds Orientierung am italienischen Quattrocento, besonders am Werk von Fra Angelico da Fiesole deutlich. Von dessen 1449 entstandenem Verkündigungsfresko, welches der Künstler während seines Florenzaufenthaltes im Dezember 1817 im Kloster San Marco sah, ließ er sich anregen. Für Schnorr von Carolsfeld wurde die Ausführung der »Verkündigung« zur Herausforderung, denn die »Darstellung eines Momentes, der die Quintessenz aller Zartheit und Heiligkeit selbst ist, war die größte Schwierigkeit.« Zugleich aber fühlte er sich durch diese Aufgabe »in die Vorhallen der wahren, einzig echten Kunst geleitet« (Briefe aus Italien, Gotha 1886, S. 234 und 237). | Birgit Verwiebe
Letzte Aktualisierung: 26.05.2026
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