Der Greifswalder Hafen
Ident. Nr.: A II 356
ObjID: obj:963154
Kontakt
Einrichtung:
Alte Nationalgalerie
E-Mail:
n/a
Details (Expert)
- Beteiligte
- Datierung
- um 1818/1820
- Provenienz
- Geh. Justizrat Gustav Ludwig Kirchhoff (1828-1904), Greifswald,
376554Johanna Luise Kirchhoff, Greifswald,
um 1906Konteradmiral a. D. Gustav Kirchhoff (1863-1945), Warnemünde,
29.11.1919 - Material / Technik
- Öl auf Leinwand
- Abmessungen
- Höhe x Breite: 90 x 70 cm
- Permalink
- https://id.smb.museum/object/963154
Objektbeschreibung
Die an der Ostsee gelegene Universitäts- und Hafenstadt Greifswald war Friedrichs Geburts- und Heimatstadt, mit der er Zeit seines Lebens eng verbunden blieb. Hierher kehrte er regelmäßig zurück, sei es, um seine Verwandten zu besuchen, sei es, um auf Wanderungen skizzierend die nähere oder weitere Umgebung an der Ostseeküste zu durchstreifen. Greifswald war auch der Ort frühzeitiger traumatischer Erfahrungen. Friedrichs Kindheit wurde durch den Tod ihm nahestehender Menschen erschüttert: Seine Mutter starb, als er sieben Jahre alt war und im Alter von dreizehn ertrank vor seinen Augen der ein Jahr jüngere Bruder Christoffer beim Eislaufen.
Als Gleichnis der Lebensreise, auf die Gefahren, Ungewißheiten und die Endlichkeit ihres Verlaufs verweisend, sind in Friedrichs Gemälde ausfahrende, heimkehrende oder vor Anker liegende Schiffe und Boote dargestellt. Ein besonders prächtiges, großes Segelschiff, dessen Bestimmung es ist, im Unterschied zu den Booten der Fischer, die Weiten der Meere und Ozeane zu durchziehen, hat Friedrich bedeutungsvoll ins Zentrum seiner Komposition gerückt. Die Segel des Schiffes wurden eingerollt und ein Ruderboot bringt es an seinen Ankerplatz. Vor der Stadtsilhouette, topographisch genauestens mit den Umrissen der Greifswalder Marien-, Nikolai- und Jacobikirche dargestellt, ragen die Masten des Schiffes in den Himmel auf. Über der irdischen Geschäftigkeit der Fischer und Matrosen erhebt sich das abendliche Firmament in goldschimmernder Unermeßlichkeit.
Die Nationalgalerie erwarb das Gemälde 1919; ihr damaliger Direktor Ludwig Justi würdigte Friedrichs Werk in seiner zwei Jahre später erschienenen Publikation zur Sammlung der Nationalgalerie: »Die heimliche Musik dieses Bildes erschließt sich uns erst, wenn wir die innere Belebtheit des Schiffes fühlen [...] Inbrunst und Sehnsucht und Träumerei lebt in diesen scheinbar so sachlich wiedergegebenen Formen« (L. Justi, Deutsche Malkunst um 19. Jahrhundert, Berlin 1921, S. 315–316). Das Gemälde ist maltechnisch untersucht worden. Mit Hilfe einer Infrarotreflektografie konnte Friedrichs Unterzeichnung des Mittel- und Hintergrundes sichtbar gemacht werden. Eine Unterzeichnung des Vordergrundes war hingegen nicht nachweisbar. Dies könnte die wiederholt geäußerte Annahme stützen, dass die drei Figuren und das Boot vorn am Uferstreifen nicht von Friedrichs Hand stammen (K. Mösl, »Mönch am Meer« und »Abtei im Eichwald«. Forschungen zur Maltechnik Caspar David Friedrichs, Diss., Berlin 2021, digitaler Anhang, S. 683-684) . | Birgit Verwiebe
Letzte Aktualisierung: 26.05.2026
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Alte Nationalgalerie
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