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Nachmittag der Kinder

Ident. Nr.: B 17

ObjID: obj:963161

1949 erworben durch das Land Berlin
n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Paul Strecker (1898 - 1950),
Künstler*in
Datierung
1947
Weitere Titel
Sammlungstitel: Nachmittag der Kinder
Übersetzung: Children's Afternoon
Geografische Bezüge
Provenienz
Galerie Bremer, Berlin,
1947–1947
Kauf: Magistrat von Groß-Berlin,
1947
Material / Technik
Öl auf Leinwand
Abmessungen
Höhe x Breite: 70 x 95 cm
Erwerbung
1947 Ankauf von der Galerie Bremer für die Galerie des 20. Jahrhunderts. 1951 Schenkung des Magistrats von Groß-Berlin (Ost)

Objektbeschreibung

Die Szenerie mit fünf Figuren und einem Tier ist auf einer sonnigen Terrasse vor einer zitronengelben Hauswand situiert. Die Figuren sind rechts und links der Bildmitte angeordnet, sodass die mittlere Achse rätselhaft leer bleibt. Diese Leere wird durch eine offenstehende, ins Dunkel führende Tür noch hervorgehoben. In der rechten unteren Bildecke döst ein Mann in einem diagonal ins Bild gerückten Liegestuhl. Hinter ihm steht ein Kind mit wenig ausgeführten Gesichtszügen in gebeugter Körperhaltung und schaut die Betrachtenden an. Auf der linken Seite fällt der Blick auf ein parallel zur Bildfläche platziertes, kleineres Kind mit kariertem Gewand, großem weißen Kragen und breitkrempigem Hut. Ganz vorn füllt ein Kopf die linke untere Bildecke aus, als wäre die Figur gerade ins Bild gelaufen. Der Eindruck des Momenthaften wird in „Nachmittag der Kinder“ durch die fünfte Figur verstärkt, die scheinbar im Begriff ist, den Bildraum zwischen den beiden Kindern nach links zu verlassen. Auch die Katze an der Haustür ist verschwommen dargestellt wie in einem fotografischen Schnappschuss. Strecker beschäftigte sich zwischen seiner Rückkehr aus Paris nach Berlin 1944 bis zu seinem frühen Tod im März 1950 wiederholt mit dem Motiv der Terrasse vor seinem Haus in Berlin-Nikolassee und verfolgte die in diesem Gemälde angelegten Gestaltungselemente weiter (WVZ Braun 283). | Laura Rosengarten

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Bogenschützen

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Vier gespannte Bogen mit Pfeilen sind in dem nahezu abstrakt wirkenden Gemälde zu erkennen, auch die Körper der Bogenschützen und ihrer Pferde. Die Pfeile zielen auf ein Wildtier, das sich – offenbar schon getroffen, durchlöchert und blutend – auf dem Rücken wälzt. Wiederhold hat seine Bildidee in eine überbordende ornamentale Komposition übersetzt. Deren Farb- und Formfülle sowie das Motiv könnten ein ferner Reflex sein auf das 1909 entstandene „Bild mit Bogenschützen“ (The Museum of Modern Art, New York), das Wassily Kandinsky 1912 der Luxus- und Museumsausgabe des Almanachs „Der Blaue Reiter“ als handkolorierten Holzschnitt eingefügt hatte. In Wiederholds Gemälde verschmelzen Elemente von Futurismus, Orphismus, Art déco, russischer Folklore und Theater. Der als Ernst Walther Wiederhold geborene Künstler hatte 1924 ein Studium bei Cesar Klein in dessen Atelierklasse für dekorative Malerei und Bühnengestaltung an den Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst in Berlin begonnen. Bereits im Juli 1925 erhielt er eine Einzelausstellung in Herwarth Waldens Galerie Der Sturm. Stilistische Einflüsse für die „Bogenschützen“ dürften von im „Sturm“ vertretenen Künstlern ausgegangen sein, etwa von Robert Delaunay, Alexandra Exter, Michael Larionow oder der Werkstatt Hablik-Lindemann. Auch die theaterbezogenen Arbeiten von Léon Bakst, Fortunato Depero und Gino Severini hat Wiederhold vermutlich gekannt. Als durch den Nationalsozialismus die Verdienstmöglichkeiten für ihn entfielen, gab er sein künstlerisches Schaffen auf, ließ sich zum Buchhändler ausbilden und blieb auch nach dem Zweiten Weltkrieg bei diesem Beruf. | Dieter Scholz