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Ziegenböckchen

Ident. Nr.: NG 102/81

ObjID: obj:963201

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Renée Sintenis (1888 - 1965),
Künstler*in
Datierung
1915
Weitere Titel
Sammlungstitel: Ziegenböckchen
Übersetzung: Small Billy-Goat
Provenienz
Renée Sintenis, Berlin,
390978
Nachlass/Vermächtnis: Magdalena Goldmann, Berlin,
1965–1981
Material / Technik
Bronze
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 9,5 x 8,8 x 3,7 cm
Erwerbung
1981 Vermächtnis Magdalena Goldmann, Berlin (West), aus dem Nachlass Renée Sintenis

Objektbeschreibung

Rehe und Ziegen gehörten schon früh zum Grundrepertoire von Sintenis’ Tierfiguren. Ab 1915 modellierte sie Rehe in verschiedenen Posen (B I 432 und B I 433), es folgten kurz darauf ein ungelenkes „Böckchen“ (NG 102/81) oder die „Liegenden Ziegen“(NG 35/81). Auffallend ist, dass viele ihrer Plastiken Jungtiere darstellen. Offensichtlich zogen die Künstlerin die besonderen Proportionen an, das noch Unfertige der Gestalten, die überlangen, staksigen Beine der Fohlen (vgl. u.a. NG 16/81 oder NG 17/81), Rehe (NG 20/81 und NG 21/81), Ziegen (NG 102/81) oder jungen Stiere (NG 23/81), die sich in noch unbeholfener, aber spielerischer Bewegung befinden. Als Devise für ihre Tierskulpturen gab Sintenis 1931 in einem Interview an: „Jedes Tier soll man zu der ihm eigenen Schönheit entwickeln, dann gibt man ihm die Erfüllung seines Daseins, das Glück seines Lebens, die Beseeligung, die im Leben selber ruht, und die wir verlernt oder vergessen haben zu erfühlen“ (zit. nach Ada Schmidt-Beil, Die Kultur der Frau, Berlin 1931, S. 276). Die Nationalgalerie besitzt mehr als siebzig Tierplastiken, Porträts und Figurendarstellungen von Sintenis, zudem eine große Anzahl an Gussmodellen, die 1981 aus dem Nachlass der 1965 verstorbenen Künstlerin als Schenkung in die West-Berliner Sammlung der Nationalgalerie gelangten. | Maike Steinkamp

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Bogenschützen

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Vier gespannte Bogen mit Pfeilen sind in dem nahezu abstrakt wirkenden Gemälde zu erkennen, auch die Körper der Bogenschützen und ihrer Pferde. Die Pfeile zielen auf ein Wildtier, das sich – offenbar schon getroffen, durchlöchert und blutend – auf dem Rücken wälzt. Wiederhold hat seine Bildidee in eine überbordende ornamentale Komposition übersetzt. Deren Farb- und Formfülle sowie das Motiv könnten ein ferner Reflex sein auf das 1909 entstandene „Bild mit Bogenschützen“ (The Museum of Modern Art, New York), das Wassily Kandinsky 1912 der Luxus- und Museumsausgabe des Almanachs „Der Blaue Reiter“ als handkolorierten Holzschnitt eingefügt hatte. In Wiederholds Gemälde verschmelzen Elemente von Futurismus, Orphismus, Art déco, russischer Folklore und Theater. Der als Ernst Walther Wiederhold geborene Künstler hatte 1924 ein Studium bei Cesar Klein in dessen Atelierklasse für dekorative Malerei und Bühnengestaltung an den Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst in Berlin begonnen. Bereits im Juli 1925 erhielt er eine Einzelausstellung in Herwarth Waldens Galerie Der Sturm. Stilistische Einflüsse für die „Bogenschützen“ dürften von im „Sturm“ vertretenen Künstlern ausgegangen sein, etwa von Robert Delaunay, Alexandra Exter, Michael Larionow oder der Werkstatt Hablik-Lindemann. Auch die theaterbezogenen Arbeiten von Léon Bakst, Fortunato Depero und Gino Severini hat Wiederhold vermutlich gekannt. Als durch den Nationalsozialismus die Verdienstmöglichkeiten für ihn entfielen, gab er sein künstlerisches Schaffen auf, ließ sich zum Buchhändler ausbilden und blieb auch nach dem Zweiten Weltkrieg bei diesem Beruf. | Dieter Scholz