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Snow

Ident. Nr.: B 1328

ObjID: obj:963251

1988 erworben durch das Land Berlin
n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Alex Katz (1927 -),
Künstler*in
Datierung
1988
Weitere Titel
Sammlungstitel: Snow
Schnee
Material / Technik
Öl auf Leinwand
Abmessungen
Höhe x Breite: 249 x 183 cm
Erwerbung
1988 Ankauf von der Marlborough Gallery Inc., New York, durch das Land Berlin (West)

Objektbeschreibung

Während die New Yorker Kunstszene vom Abstrakten Expressionismus dominiert wurde, entwickelte Katz ab den 1950er-Jahren einen nüchternen figurativen Malstil, der sich durch eine radikale Flächigkeit und die Reduktion auf wenige Farben und Details auszeichnet. Es entstanden Ganzfigurenbilder und überlebensgroße Porträts vor monochromem Hintergrund, die keinerlei Körperhaftigkeit oder räumliche Tiefe evozieren. Auch seine Landschafts- und Architekturansichten aus der Zeit behaupten eine konsequente Zweidimensionalität, die Katz in späteren Werkphasen beibehielt. Das großformatige Gemälde „Snow“ ist charakteristisch für die Malweise des Künstlers. Sie basiert auf der Nass-in-Nass-Technik und einem sorgfältigen Verstreichen der Farbe, wodurch eine glatte, homogene Oberfläche erzielt wird. Das ausschnitthafte winterliche Architekturmotiv entstammt Katz’ unmittelbarer Umgebung im Stadtteil Soho und transportiert einen Moment der Stille und der eingefrorenen Zeit. Das Werk gehört in die Serie der „Nachtbilder“, die seit 1959 entstehen und sein Interesse an Lichtverhältnissen erkennen lassen. Während in „Snow“ die Hausumrisse noch klar zu erkennen sind, fordert Katz in anderen Bildern dieser Serie die Wahrnehmungsgewohnheiten stärker heraus, indem er beispielsweise vereinzelte erleuchtete Fenster auf tiefschwarzen Grund setzt. Wiederum andere zeigen Menschen in Innenräumen vor einer nächtlichen Großstadtkulisse und schattenrissartige Konturen von Bäumen. Obwohl Katz in Europa erst in den 1990er-Jahren größere Bekanntheit erlangte, wurde „Snow“ noch im Entstehungsjahr für die Vereinigte Kunstsammlung in West-Berlin erworben. | Irina Hiebert Grun

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Bogenschützen

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Vier gespannte Bogen mit Pfeilen sind in dem nahezu abstrakt wirkenden Gemälde zu erkennen, auch die Körper der Bogenschützen und ihrer Pferde. Die Pfeile zielen auf ein Wildtier, das sich – offenbar schon getroffen, durchlöchert und blutend – auf dem Rücken wälzt. Wiederhold hat seine Bildidee in eine überbordende ornamentale Komposition übersetzt. Deren Farb- und Formfülle sowie das Motiv könnten ein ferner Reflex sein auf das 1909 entstandene „Bild mit Bogenschützen“ (The Museum of Modern Art, New York), das Wassily Kandinsky 1912 der Luxus- und Museumsausgabe des Almanachs „Der Blaue Reiter“ als handkolorierten Holzschnitt eingefügt hatte. In Wiederholds Gemälde verschmelzen Elemente von Futurismus, Orphismus, Art déco, russischer Folklore und Theater. Der als Ernst Walther Wiederhold geborene Künstler hatte 1924 ein Studium bei Cesar Klein in dessen Atelierklasse für dekorative Malerei und Bühnengestaltung an den Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst in Berlin begonnen. Bereits im Juli 1925 erhielt er eine Einzelausstellung in Herwarth Waldens Galerie Der Sturm. Stilistische Einflüsse für die „Bogenschützen“ dürften von im „Sturm“ vertretenen Künstlern ausgegangen sein, etwa von Robert Delaunay, Alexandra Exter, Michael Larionow oder der Werkstatt Hablik-Lindemann. Auch die theaterbezogenen Arbeiten von Léon Bakst, Fortunato Depero und Gino Severini hat Wiederhold vermutlich gekannt. Als durch den Nationalsozialismus die Verdienstmöglichkeiten für ihn entfielen, gab er sein künstlerisches Schaffen auf, ließ sich zum Buchhändler ausbilden und blieb auch nach dem Zweiten Weltkrieg bei diesem Beruf. | Dieter Scholz