Bildnis des Dichters Richard Paul
Ident. Nr.: A I 1039
ObjID: obj:963257
Kontakt
Einrichtung:
Alte Nationalgalerie
E-Mail:
n/a
Details (Expert)
- Beteiligte
- Datierung
- um 1875/1880
- Provenienz
- Nachlaß des Künstlers,
377148Galerie Henneberg, Zürich,
1903Hugo Helbing, München (Versteigerung Galerie Henneberg),
26.10.1903Kommission: Kunsthandlung D. Heinemann, München,
November 1907 - 21.3.1908 - Material / Technik
- Öl auf Leinwand
- Abmessungen
- Höhe x Breite: 98 x 71 cm
- Erwerbung
- 1908 Ankauf von der Galerie Heinemann, München
- Permalink
- https://id.smb.museum/object/963257
Objektbeschreibung
Wohl in den 1870er oder 1880er Jahren porträtierte Bruno Piglhein den Münchner Malerkollegen, Kunstschriftsteller und Dichter Richard Paul Wurst (1843–1900), der seit 1874 nur mehr als Richard Paul zeichnete. Der in Breslau geborene Richard Paul hatte zunächst in München an der Akademie unter Wilhelm Kaulbach studiert, war seit 1877 in Berlin und später wieder in München tätig, wo er eine eigene Malschule gründete. Sein schriftstellerisches Hauptwerk ist die dramatische Dichtung »Der entfesselte Prometheus« von 1871, es folgten Aufsätze zu Edward von Steinle, Karl Baumeister und anderen.
Vermutlich erstmals 1894 war das »Bildnis des Dichters Richard Paul« auf der Nachlaßausstellung Piglheins in dessen Atelier in München zu sehen. Der anonyme Rezensent der Zeitschrift »Die Kunst für Alle« rühmte das »meisterhafte, direkt an Velasquez [sic!] erinnernde Bildnis« (Die Kunst für Alle, 10. Jg., 1894, H. 5, S. 76), das in der Tat kompositorisch wie koloristisch ohne eine Rezeption des spanischen Meisters undenkbar ist. Hieraus und weniger aus der tonigen Malerei der Münchner Schule schöpft sich das dunkle, höchstwahrscheinlich asphaltreiche Kolorit. Auch die Erwerbung durch die Nationalgalerie im Jahr 1908 dürfte sich aus der ›spanischen‹ Qualität des Bildes erklären und aus einer Hochschätzung für Velázquez, die durch Ausstellungen und Kunstschriften – namentlich Carl Justis »Diego Velazquez und sein Jahrhundert« (Erstausgabe 1888, 2. Auflage 1903) – in dieser Zeit entschieden zunahm. Hugo von Tschudi selbst war 1900 nach Spanien gereist und erwarb ein Jahr später für die Nationalgalerie das erste Gemälde Ignacio Zuloagas, dessen umfängliche Sammlung spanischer Altmeister 1907 in Berlin zu sehen war. | Regina Freyberger
Letzte Aktualisierung: 19.12.2025
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