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Graf Karl von der Groeben

Ident. Nr.: A II 429

ObjID: obj:963297

Details (Expert)

Beteiligte
zugeschrieben: Louise Caroline Sophie Seidler (1786 - 1866),
Maler*in
Datierung
um 1813/1814
Provenienz
Karl Ernst Henrici, Versteigerungen, Berlin (Versteigerung),
2.9.1924
Material / Technik
Öl auf Leinwand
Abmessungen
Höhe x Breite: 54,6 x 45 cm
Erwerbung
1924 Ankauf aus der Kunstauktion bei Karl Ernst Henrici, Berlin

Objektbeschreibung

Das ehemals dem Maler Ernst Gebauer zugeschriebene Bildnis des Grafen Karl von der Groeben (1788–1876) wurde lange für eine Darstellung des Dichters Friedrich de la Motte Fouqué (1777–1843) gehalten, der 1813 als Major aus der Jäger-Eskadron des Brandenburgischen Kürassier-Regimentes entlassen wurde, die dargestellten Auszeichnungen allerdings nicht besaß. Später erkannte man in der Uniform einen Hauptmann des zweiten ostpreußischen Infanterieregiments mit Eisernem Kreuz II. Klasse, der preußischen Kombattanten-Medaille und zwei russischen Orden (vgl. B. Rengert, in: Brandenburgisches Wochenblatt, 14.9.1997). Von Philipp Veit gab es – unter den Zeichnungen seiner Kriegskameraden aus seiner Feldbrieftasche – auch ein Bildnis Groebens, das ihn mit weitgehend identischem Medaillenschmuck zeigt (1943 vernichtet; vgl. M. Spahn, Philipp Veit, Bielefeld 1901, S. 12, Abb. 10; N. Suhr, Philipp Veit, Weinheim 1991, S. 340, ZV 9). Durch Bärbel Kovalevski erfolgte 2006 die Zuschreibung an Louise Seidler (Louise Seidler, Berlin 2006, S. 478), die den Dargestellten zwischen 1812 und 1814 in Dresden kennengelernt haben könnte. Seine Schwester Henriette von der Groeben war mit der Malerin befreundet und heiratete dort 1813 den Philosophen Hans Solger.
Graf Karl von der Groeben verkehrte mit August Neidhardt von Gneisenau und Carl von Clausewitz und gehörte zu den Männern, welche die preußischen Reformen vorbereiteten. 1812 nahm er als Chef des Generalstabes des schlesischen Armeekorps seinen Abschied, um nicht an der Seite Frankreichs kämpfen zu müssen. Als Freiwilliger ging er in die russische Armee, zog 1813 mit der englisch-deutschen Legion unter Wilhelm von Dörnberg nach Hannover, trat als Rittmeister wieder in die preußische Armee ein und war an den Kämpfen um Dresden, Kulm, Leipzig bis nach Paris beteiligt. Er wurde Major, 1815 Oberstleutnant, 1824 Oberst und erneut Chef des Generalstabes des schlesischen Armeekorps, 1829 Flügeladjutant des Königs, 1834 Generalmajor, später Generaladjutant Friedrich Wilhelms IV. | Birgit Verwiebe

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Alte Nationalgalerie

E-Mail:

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Läuferin

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Tafelaufsatz

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Der zunächst als Illustrator und Grafiker tätige Geyger beschäftigte sich 1886 erstmals autodidaktisch mit der Bildhauerei. Sein figürlich ausgestalteter Standspiegel (1896, B I 136), modelliert für Kaiserin Victoria, sowie sein von Kaiser Wilhelm II. für den Schlosspark Sanssouci erworbener „Bogenschütze“ (1900) zählen zu seinen bekanntesten Werken. Großen Anteil an der Verbreitung hatte die vielfache und in verschiedenen Formaten ausgeführte Reproduktion seiner Arbeiten sowohl durch die Württembergische Metallwarenfabrik in Geislingen an der Steige (WMF) als auch durch die Gießerei der Aktien-Gesellschaft Gladenbeck. Ebenfalls aus der Produktion Gladenbecks stammt der kunsthandwerkliche Entwurf eines Tafelaufsatzes mit figuralem Schaft sowie Alabasterfuß und -schale; er ist eine verkleinerte Version der Marmorausführung (Verbleib unbekannt) für den Sammler, Kunsthistoriker und Schriftsteller Johannes Gutmann, der 1909 eine der frühesten Würdigungen des Künstlers verfasst hatte. 1910 hieß es schwärmerisch über den Tafelaufsatz: „Knaben und Mädchen in der ersten knospenden Jugendschönheit umdrängen den Schaft des Kandelabers oder der Schale mit Karyatidengebärden und das wundervolle Ensemble ergibt Profile von einem unsagbaren Reiz“ (Maximilian Rapsilber, Ernst Moritz Geyger, in: Kunst und Künstler, 8. Jg. [1910], S. 627). Die jugendstilhafte Komposition der ineinander verschlungenen Aktfiguren wird durch die wenig anmutige, harte Körpermodellierung gebrochen und steht damit stilistisch Geygers in der Nationalgalerie verwahrten monumentalen Marmorfiguren „Arbeit“ und „Fleiß“ (1904, B I 352, B I 303) nahe. | Yvette Deseyve

Schweizer Gebirgslandschaft

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Seit 1829 unternahm der junge Johann Wilhelm Schirmer, Lehrer der neugegründeten Landschaftsklasse an der Düsseldorfer Akademie, jährliche Studienfahrten. 1835 reiste er mit Johann Heinrich Schilbach etwa drei Monate durch den Schwarzwald und die Schweiz (vgl. G. Bergsträsser, Johann Heinrich Schilbach, Darmstadt 1959, S. 60–61; vgl. zudem Schilbachs Studie »Alpenlandschaft mit Wetterhorn« von 1835, Nationalgalerie, Inv.-Nr. A I 1003). Schirmer brachte von dieser Reise neben Skizzenbüchern über fünfzig in Öl gemalte Studien mit. »Meine Schweizer Studien finden hier die größte Anerkennung, ja es ist ordentlich Ton hier unter den kunstliebenden Leuten geworden, sich bei mir die Schweiz zu vergegenwärtigen« (Brief vom 8.10.1835, zit. nach: K. Zimmermann, Johann Wilhelm Schirmer, Saalfeld 1920, S. 24). 1836/37 fand in Dresden eine Ausstellung von Werken der Düsseldorfer Malerschule statt; von den dort präsentierten Landschaften Schirmers zeigte sich Ludwig Richter sehr beeindruckt: »Das Betrachten der Landschaften von Schirmer hat mir übrigens ein Licht aufgesteckt über eine Betrachtungs- und Auffassungsweise der Natur, wofür ich gar sehr dankbar bin; ich habe auch auf frischer Tat ein Bildchen gemalt« (Brief an Wilhelm von Kügelgen vom 5.2.1837, in: L. Richter, Lebenserinnerungen, Leipzig 1909). Diese Ölstudien von unmittelbarer Frische und zugleich Nüchternheit der Ausführung gehören zu einer betont realistischen Phase von Schirmers Landschaftsmalerei, die – unter dem Einfluß seines Studienfreundes Carl Friedrich Lessing entwickelt – mit der Italienreise von 1839/40 beendet war. Eine größere Anzahl der Studien von 1835 gelangte in den Bestand der Akademie zu Karlsruhe, deren Direktor Schirmer ab 1854 war. | Angelika Wesenberg