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Mädchenkopf (Porträt Pucci)

Ident. Nr.: B III 6

ObjID: obj:963382

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Jenny Wiegmann Mucchi (1895 - 1969),
Künstler*in
Datierung
1942
Provenienz
im Besitz der Künstlerin,
1963
Material / Technik
Bronze
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 31 x 15,5 x 23,5 cm (inkl. Sockel)
Erwerbung
1963 Ankauf von der Künstlerin

Objektbeschreibung

Der „Mädchenkopf“ entstand 1942 in Mailand in einer produktiven Phase Wiegmann Mucchis; er zeigt die heute unbekannte Pucci Tofanelli. Das Haus der in Italien als Genni Mucchi bekannten Bildhauerin und ihres zweiten Ehemanns, Gabriele Mucchi, in der Via Rugabella war ein Treffpunkt Mailänder Künstler und Intellektueller, zu denen vermutlich auch die Porträtierte gehörte. Die Künstlerin hatte 1917 eine Ausbildung an der privaten Lewin-Funcke-Schule in Berlin-Charlottenburg begonnen. Ihr archaisch wirkendes, gemäßigt expressionistisches Frühwerk ist jedoch mehr durch die Zeit an der Kunstgewerbe- und Handwerkerschule in Berlin-Charlottenburg von 1919 bis 1923 geprägt; der „Mädchenkopf“ hingegen steht für Wiegmann Mucchis Entwicklung nach ihrem Paris-Aufenthalt von 1931 bis 1933. Trotz nach wie vor prägnanter Umrisslinie und großer Zartheit zeigt sich darin eine rationale, spröde, moderne, weniger idealisierte Form, vergleichbar mit ihren verhaltenen weiblichen Figurenmotiven emanzipatorischen Charakters. Wiegmann Mucchi, die engagierte Sozialistin war und sich in Italien im antifaschistischen Widerstand befand, pendelte, nachdem Gabriele Mucchi 1956 einen Lehrauftrag an der Kunsthochschule in Berlin-Weißensee erhalten hatte, zwischen Mailand und Ost-Berlin. | Johanna Yeats

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Bogenschützen

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Vier gespannte Bogen mit Pfeilen sind in dem nahezu abstrakt wirkenden Gemälde zu erkennen, auch die Körper der Bogenschützen und ihrer Pferde. Die Pfeile zielen auf ein Wildtier, das sich – offenbar schon getroffen, durchlöchert und blutend – auf dem Rücken wälzt. Wiederhold hat seine Bildidee in eine überbordende ornamentale Komposition übersetzt. Deren Farb- und Formfülle sowie das Motiv könnten ein ferner Reflex sein auf das 1909 entstandene „Bild mit Bogenschützen“ (The Museum of Modern Art, New York), das Wassily Kandinsky 1912 der Luxus- und Museumsausgabe des Almanachs „Der Blaue Reiter“ als handkolorierten Holzschnitt eingefügt hatte. In Wiederholds Gemälde verschmelzen Elemente von Futurismus, Orphismus, Art déco, russischer Folklore und Theater. Der als Ernst Walther Wiederhold geborene Künstler hatte 1924 ein Studium bei Cesar Klein in dessen Atelierklasse für dekorative Malerei und Bühnengestaltung an den Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst in Berlin begonnen. Bereits im Juli 1925 erhielt er eine Einzelausstellung in Herwarth Waldens Galerie Der Sturm. Stilistische Einflüsse für die „Bogenschützen“ dürften von im „Sturm“ vertretenen Künstlern ausgegangen sein, etwa von Robert Delaunay, Alexandra Exter, Michael Larionow oder der Werkstatt Hablik-Lindemann. Auch die theaterbezogenen Arbeiten von Léon Bakst, Fortunato Depero und Gino Severini hat Wiederhold vermutlich gekannt. Als durch den Nationalsozialismus die Verdienstmöglichkeiten für ihn entfielen, gab er sein künstlerisches Schaffen auf, ließ sich zum Buchhändler ausbilden und blieb auch nach dem Zweiten Weltkrieg bei diesem Beruf. | Dieter Scholz