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Dorfweg

Ident. Nr.: NG 22/60

ObjID: obj:963386

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Arthur Segal (1875 - 1944),
Künstler*in
Datierung
1910
Weitere Titel
Sammlungstitel: Dorfweg
Übersetzung: Village Path
Provenienz
Reinhard Richter, Berlin,
1960
Material / Technik
Öl auf Pappe
Abmessungen
Höhe x Breite: 31 x 44,5 cm
Erwerbung
1960 Ankauf von Reinhard Richter, Berlin (West)

Objektbeschreibung

Der in Rumänien geborene Segal kam 1892 nach Berlin, wo er an der Hochschule für die bildenden Künste bei Eugen Bracht Malerei studierte. Nach einem mehrmonatigen Studienaufenthalt in Paris ließ er sich ab 1896 in München an der privaten Malschule von Ludwig Schmid-Reutte und Friedrich Fehr sowie an der Akademie der bildenden Künste bei Carl von Marr weiterbilden. 1904 kehrte er nach Berlin zurück, wo er 1910 Mitbegründer der Neuen Secession war. Im selben Jahr entstand das Gemälde „Dorfweg“, das zu Segals nachimpressionistischer Werkphase gehört. Hatte er zunächst pointillistisch gearbeitet, wurden die Pinselstriche um 1908 unter dem offensichtlichen Einfluss der Werke Vincent van Goghs linienhafter. Als Motiv des Bildes diente eine Ansicht im Umfeld der Provinzstadt Botoșani, in der Segal aufgewachsen war und die er in weiteren, zeitgleich entstandenen Gemälden wiedergab, für die er oft Fotografien als Vorlagen nutzte (vgl. etwa „Dorfstraße“, 1910, WVZ Herzogenrath/Liška 1987, KN 32). Zwei Jahre später gelang Segal in Berlin der Durchbruch mit Werken, die dem Expressionismus nahestanden. 1912 war er gleich in zwei Ausstellungen der Sturm-Galerie vertreten. Deren Eigentümer Herwarth Walden veröffentlichte Segals Arbeiten auch wiederholt in der ebenfalls „Der Sturm“ genannten Zeitschrift. | Irina Hiebert Grun

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Bogenschützen

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Vier gespannte Bogen mit Pfeilen sind in dem nahezu abstrakt wirkenden Gemälde zu erkennen, auch die Körper der Bogenschützen und ihrer Pferde. Die Pfeile zielen auf ein Wildtier, das sich – offenbar schon getroffen, durchlöchert und blutend – auf dem Rücken wälzt. Wiederhold hat seine Bildidee in eine überbordende ornamentale Komposition übersetzt. Deren Farb- und Formfülle sowie das Motiv könnten ein ferner Reflex sein auf das 1909 entstandene „Bild mit Bogenschützen“ (The Museum of Modern Art, New York), das Wassily Kandinsky 1912 der Luxus- und Museumsausgabe des Almanachs „Der Blaue Reiter“ als handkolorierten Holzschnitt eingefügt hatte. In Wiederholds Gemälde verschmelzen Elemente von Futurismus, Orphismus, Art déco, russischer Folklore und Theater. Der als Ernst Walther Wiederhold geborene Künstler hatte 1924 ein Studium bei Cesar Klein in dessen Atelierklasse für dekorative Malerei und Bühnengestaltung an den Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst in Berlin begonnen. Bereits im Juli 1925 erhielt er eine Einzelausstellung in Herwarth Waldens Galerie Der Sturm. Stilistische Einflüsse für die „Bogenschützen“ dürften von im „Sturm“ vertretenen Künstlern ausgegangen sein, etwa von Robert Delaunay, Alexandra Exter, Michael Larionow oder der Werkstatt Hablik-Lindemann. Auch die theaterbezogenen Arbeiten von Léon Bakst, Fortunato Depero und Gino Severini hat Wiederhold vermutlich gekannt. Als durch den Nationalsozialismus die Verdienstmöglichkeiten für ihn entfielen, gab er sein künstlerisches Schaffen auf, ließ sich zum Buchhändler ausbilden und blieb auch nach dem Zweiten Weltkrieg bei diesem Beruf. | Dieter Scholz