Am Seeufer
Ident. Nr.: B 525
ObjID: obj:963676
n/a
Kontakt
Einrichtung:
Neue Nationalgalerie
E-Mail:
nng@smb.spk-berlin.deDetails (Expert)
- Beteiligte
- Datierung
- 1912
- Weitere Titel
- Sammlungstitel: Am SeeuferÜbersetzung: At the Lakeshore
- Provenienz
- Eduard Plietzsch, Berlin, Köln,
Ende 1910er oder im Laufe der 1920er Jahre - 1961Nachlass/Vermächtnis: Mica Plietzsch, Köln,
1961–1966Kauf: Galerie des 20. Jahrhunderts, Berlin (West),
1966–1968 - Material / Technik
- Textilfarbe auf Nessel
- Abmessungen
- Höhe x Breite: 257 x 204 cm
- Permalink
- https://id.smb.museum/object/963676
Objektbeschreibung
Die Dekoration aus Nesselstoff entstand wohl kurz nach Pechsteins Einzug in ein neues Dachatelier in Berlin, das er ab April 1912 für ein knappes Jahr nutzte. Über die künstlerische Ausgestaltung schrieb er später: „[In der] Offenbacher Straße 1 in Friedenau hatte ich mir ein […] Dachatelier eingerichtet, das ich […] nur mit dem Notwendigsten versehen konnte. Ich hatte in diesem einen Raum die Wände mit Nessel bespannt und ringsherum von oben bis unten mit Stoffarben bemalt, so daß das Fehlen der Möbel kaum auffiel. Daß das Öfchen zu klein war, merkte ich allerdings im darauffolgenden Winter“ (Max Pechstein, Erinnerungen, Wiesbaden 1960, S. 48). Die in Braun- und Ockertönen gehaltene Darstellung Badender erinnert einerseits an Kompositionen von Henri Matisse, andererseits an die zahlreichen Figurenbilder mit Akten, die Pechstein in den Jahren zuvor geschaffen hatte. Mit dem ungewöhnlich großen Format knüpfte er an die mit Textilien ausgestatteten Ateliers seiner Brücke-Kollegen Ernst Ludwig Kirchner und Erich Heckel in Dresden und Berlin an. Im Juni 1912 schuf Pechstein für das Speisezimmer in der Villa des Sammler-Ehepaares Hugo und Käte Perls eine textile Wandbespannung mit zahlreichen schlanken Figuren in Bewegung, die in der Presse viel beachtet wurde. Ein Rezensent äußerte den Wunsch, „daß sich noch mehr Leute fänden, wie jener, der Pechstein die Wände einer Berliner Villa zur Verfügung stellte, um seine monumentale Gesinnung auch einmal monumental zum Ausdruck zu bringen“ (Hans Friedeberger, Die XXV. Ausstellung der Berliner Sezession [Zeichnende Künste], in: Der Cicerone, 4. Jg. [1912], H. 23, S. 895). | Aya Soika
Letzte Aktualisierung: 09.01.2026
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