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Aglaia

Ident. Nr.: B I 453

ObjID: obj:963689

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Fritz Klimsch (1870 - 1960),
Künstler*in
Datierung
1924/1925
Geografische Bezüge
Provenienz
Kunsthandel Gustav Kramer, Berlin,
1925
Material / Technik
Bronze
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 140 x 33 x 36 cm
Erwerbung
1925 Ankauf durch das Ministerium für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung auf der Frühjahrsausstellung der Akademie der Künste für die Nationalgalerie

Objektbeschreibung

In der altgriechischen Mythologie ist Aglaia eine der drei Grazien, zusammen mit ihren Schwestern Euphrosyne und Thalia, Töchter von Zeus und Eurynome. Ihr Name bedeutet Glanz oder Pracht. Die Anmut der Grazie steht exemplarisch für Klimschs weibliche Akte. Aglaias Kontrapost zieht das Auge der Betrachter:innen auf den leichten Schwung der Hüfte und die Positionen ihrer Hände, die auf den Brüsten und auf dem Becken liegen und die weiblichen Formen betonen. Die Skulptur ist eine mythologische Figur in zeitgenössischem Gewand, sichtbar zum Beispiel an ihren individuellen, nicht idealisierten Gesichtszügen und der Frisur. Junge Frauen hatte für den Bildhauer offenbar per se etwas Universelles und Zeitloses. Neben der Zurschaustellung des weiblichen Körpers spiegelt die „Aglaia“ Klimschs Verehrung der altgriechischen Kunst und Mythologie wider. Hierbei ging es ihm nicht um einen konkreten Stil oder eine Technik, sondern um einen schwer definierbaren „griechischen Geist“ (Gerd Brüne, Fritz Klimsch. Aufstieg und Niedergang eines deutschen Bildhauers im 20. Jahrhundert, in: Die Bildhauer August Gaul und Fritz Klimsch, Ausst.-Kat., Frankfurt am Main, 2010, S. 159). Damit konnte der Künstler eine geistige Tradition fortsetzen, ohne sich stilistisch festzulegen. Seine Verehrung der alten Griechen und die Formung schöner junger Körper dürften Gründe dafür sein, dass Klimsch unter dem NS-Regime Erfolge feiern konnte. Er erhielt Staatsaufträge, wurde Mitglied der Fachgruppe Bildhauer in der Reichskammer der bildenden Künste und stellte 1937 bis 1944 alljährlich auf der „Großen Deutschen Kunstausstellung“ in München aus. | Emily Joyce Evans

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Bogenschützen

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Vier gespannte Bogen mit Pfeilen sind in dem nahezu abstrakt wirkenden Gemälde zu erkennen, auch die Körper der Bogenschützen und ihrer Pferde. Die Pfeile zielen auf ein Wildtier, das sich – offenbar schon getroffen, durchlöchert und blutend – auf dem Rücken wälzt. Wiederhold hat seine Bildidee in eine überbordende ornamentale Komposition übersetzt. Deren Farb- und Formfülle sowie das Motiv könnten ein ferner Reflex sein auf das 1909 entstandene „Bild mit Bogenschützen“ (The Museum of Modern Art, New York), das Wassily Kandinsky 1912 der Luxus- und Museumsausgabe des Almanachs „Der Blaue Reiter“ als handkolorierten Holzschnitt eingefügt hatte. In Wiederholds Gemälde verschmelzen Elemente von Futurismus, Orphismus, Art déco, russischer Folklore und Theater. Der als Ernst Walther Wiederhold geborene Künstler hatte 1924 ein Studium bei Cesar Klein in dessen Atelierklasse für dekorative Malerei und Bühnengestaltung an den Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst in Berlin begonnen. Bereits im Juli 1925 erhielt er eine Einzelausstellung in Herwarth Waldens Galerie Der Sturm. Stilistische Einflüsse für die „Bogenschützen“ dürften von im „Sturm“ vertretenen Künstlern ausgegangen sein, etwa von Robert Delaunay, Alexandra Exter, Michael Larionow oder der Werkstatt Hablik-Lindemann. Auch die theaterbezogenen Arbeiten von Léon Bakst, Fortunato Depero und Gino Severini hat Wiederhold vermutlich gekannt. Als durch den Nationalsozialismus die Verdienstmöglichkeiten für ihn entfielen, gab er sein künstlerisches Schaffen auf, ließ sich zum Buchhändler ausbilden und blieb auch nach dem Zweiten Weltkrieg bei diesem Beruf. | Dieter Scholz