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Elsässisches Bauernpaar

Ident. Nr.: B II 8

ObjID: obj:963725

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Louis Hesselbarth (1893 - 1976),
Künstler*in
Datierung
vor 1928
Weitere Titel
Sammlungstitel: Elsässisches Bauernpaar
Übersetzung: Alsatian Farmer Couple
Material / Technik
Holz
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: Bäuerin: 12,6 x 4,2 x 4,7 cm (inkl. Plinthe)
Höhe x Breite x Tiefe: Bauer: 13,5 x 4,5 x 4,2 cm (inkl. Plinthe)
Höhe x Breite x Tiefe: Plinthen jeweils ca. 2,2 x 4 x 4 cm
Gewicht: zusammen ca. 0,5 kg
Erwerbung
1928 Ankauf durch den Oberpräsidenten in Kassel und in der Nationalgalerie inventarisiert

Objektbeschreibung

Der elsässische Holzbildhauer und Maler Hesselbarth hat für sein Figurenpaar ein helles, einfaches Nutzholz gewählt, dem Sujet entsprechend. Es ist denkbar, dass seine Entscheidung für das Motiv über eine reine Hinwendung zum Alltäglichen hinausging: In der politisch-territorial spannungsreichen Geschichte des Elsass hatten sich Bauern um 1500 gegen Unterdrückung und Leibeigenschaft erhoben. Sie bekannten sich damit zu den Forderungen der südwestdeutschen Bundschuh-Bewegung und befürworteten bald die Reformation. Herzog Anton von Lothringen jedoch schlug 1525 die Revolte nieder. Hesselbarth war ein stolzer Straßburger. Er studierte in Köln und München, ehe er Mitglied der avantgardistischen Arc-Gruppe wurde, eines 1923 durch den ebenfalls elsässischen Künstler und Schriftsteller Henri Solveen gegründeten Zusammenschlusses junger Literaten, Musiker, Architekten, Maler und Bildhauer. Das Ziel der Gruppe war eine „entnationalisierte und tendenzlose Kunst“ (Joseph Rossé, Marcel Stürmel u. a. [Hrsg.], Das Elsass von 1870–1932, Band 3: Geschichte der kulturellen und religiösen Entwickelung, Colmar 1936, S. 290). Hesselbarth zeigte seine Werke ab Mitte der 1920er-Jahre mit verschiedenen Gruppierungen und in Einzelausstellungen, unter anderem 1926 im Salon d’Automne in Paris oder 1928 in der Kunsthandlung Heinrich Trittler in Frankfurt am Main, aus der das „Bauernpaar“ mutmaßlich erworben wurde. | Johanna Yeats

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Bogenschützen

Bogenschützen

Vier gespannte Bogen mit Pfeilen sind in dem nahezu abstrakt wirkenden Gemälde zu erkennen, auch die Körper der Bogenschützen und ihrer Pferde. Die Pfeile zielen auf ein Wildtier, das sich – offenbar schon getroffen, durchlöchert und blutend – auf dem Rücken wälzt. Wiederhold hat seine Bildidee in eine überbordende ornamentale Komposition übersetzt. Deren Farb- und Formfülle sowie das Motiv könnten ein ferner Reflex sein auf das 1909 entstandene „Bild mit Bogenschützen“ (The Museum of Modern Art, New York), das Wassily Kandinsky 1912 der Luxus- und Museumsausgabe des Almanachs „Der Blaue Reiter“ als handkolorierten Holzschnitt eingefügt hatte. In Wiederholds Gemälde verschmelzen Elemente von Futurismus, Orphismus, Art déco, russischer Folklore und Theater. Der als Ernst Walther Wiederhold geborene Künstler hatte 1924 ein Studium bei Cesar Klein in dessen Atelierklasse für dekorative Malerei und Bühnengestaltung an den Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst in Berlin begonnen. Bereits im Juli 1925 erhielt er eine Einzelausstellung in Herwarth Waldens Galerie Der Sturm. Stilistische Einflüsse für die „Bogenschützen“ dürften von im „Sturm“ vertretenen Künstlern ausgegangen sein, etwa von Robert Delaunay, Alexandra Exter, Michael Larionow oder der Werkstatt Hablik-Lindemann. Auch die theaterbezogenen Arbeiten von Léon Bakst, Fortunato Depero und Gino Severini hat Wiederhold vermutlich gekannt. Als durch den Nationalsozialismus die Verdienstmöglichkeiten für ihn entfielen, gab er sein künstlerisches Schaffen auf, ließ sich zum Buchhändler ausbilden und blieb auch nach dem Zweiten Weltkrieg bei diesem Beruf. | Dieter Scholz