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Selbstporträt im Spiegel

Ident. Nr.: A IV 410

ObjID: obj:963734

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Heinrich Harry Deierling (1894 - 1989),
Künstler*in
Datierung
1929
Weitere Titel
Sammlungstitel: Selbstporträt im Spiegel
Übersetzung: Self Portrait in the Mirror
Material / Technik
Öl auf Leinwand
Abmessungen
Höhe x Breite: 88,5 x 67,5 cm
Erwerbung
1980 Ankauf aus dem Staatlichen Kunsthandel der DDR, Galerie Berlin

Objektbeschreibung

Im Anschluss an seine Lehre zum Lithografen studierte Deierling von 1912 bis 1914 an der Unterrichtsanstalt des Kunstgewerbemuseums in Berlin. Um diese Zeit lernte er Oskar Moll kennen, der – ein Schüler von Henri Matisse – ihm die französische Malerei nahebrachte. Weitere Anregung erfuhr Deierling durch seine Begegnung mit Marc Chagall 1922/1923 in Berlin. Das in einen intensiven Grün-Lila-Kontrast eingespannte „Selbstporträt im Spiegel“ zeigt den Künstler im Jahr der Weltwirtschaftskrise. Der links unten gespiegelte Band der Zeitschrift „Kunst und Wirtschaft“ vom „[Reichsve]rband bildender Künstler, Berlin W 30“ weist gezielt auf diesen Zusammenhang hin. Vermittelt durch die aufsteigende Diagonale von Arm und Pfeife im Zentrum der Darstellung erscheint im rechten oberen Teil der Kopf des Künstlers mit beunruhigt aufgerissenen Augen. Die auf die geschliffenen Kanten des Spiegels zurückzuführende Bildbrechung am oberen und linken Rand verunsichert die Rahmung dieses Settings, während die irisierende Farbgebung des wolkenförmigen Kissens links unter dem Ellenbogen des Künstlers den erscheinungshaften Charakter des Bildes verstärkt. | Kyllikki Zacharias

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Bogenschützen

Bogenschützen

Vier gespannte Bogen mit Pfeilen sind in dem nahezu abstrakt wirkenden Gemälde zu erkennen, auch die Körper der Bogenschützen und ihrer Pferde. Die Pfeile zielen auf ein Wildtier, das sich – offenbar schon getroffen, durchlöchert und blutend – auf dem Rücken wälzt. Wiederhold hat seine Bildidee in eine überbordende ornamentale Komposition übersetzt. Deren Farb- und Formfülle sowie das Motiv könnten ein ferner Reflex sein auf das 1909 entstandene „Bild mit Bogenschützen“ (The Museum of Modern Art, New York), das Wassily Kandinsky 1912 der Luxus- und Museumsausgabe des Almanachs „Der Blaue Reiter“ als handkolorierten Holzschnitt eingefügt hatte. In Wiederholds Gemälde verschmelzen Elemente von Futurismus, Orphismus, Art déco, russischer Folklore und Theater. Der als Ernst Walther Wiederhold geborene Künstler hatte 1924 ein Studium bei Cesar Klein in dessen Atelierklasse für dekorative Malerei und Bühnengestaltung an den Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst in Berlin begonnen. Bereits im Juli 1925 erhielt er eine Einzelausstellung in Herwarth Waldens Galerie Der Sturm. Stilistische Einflüsse für die „Bogenschützen“ dürften von im „Sturm“ vertretenen Künstlern ausgegangen sein, etwa von Robert Delaunay, Alexandra Exter, Michael Larionow oder der Werkstatt Hablik-Lindemann. Auch die theaterbezogenen Arbeiten von Léon Bakst, Fortunato Depero und Gino Severini hat Wiederhold vermutlich gekannt. Als durch den Nationalsozialismus die Verdienstmöglichkeiten für ihn entfielen, gab er sein künstlerisches Schaffen auf, ließ sich zum Buchhändler ausbilden und blieb auch nach dem Zweiten Weltkrieg bei diesem Beruf. | Dieter Scholz